Donnerstag, 20.05.2010
17:52 » strandtralala
Gegen viele Wiedergeborene sehen Nachgeburten wie das Original aus.
Bin von der Sonne etwas gaga, glaube ich…
Warum wohne ich eigentlich nicht am Meer? Am Meer ohne Menschen. Nur ich mit mir…
Es wird Tote geben…
Es sei denn, man verhindert die Konflikte, indem man ständig Bücher und dergleichen liest (. So wie man spricht ist man schließlich auch. So ist das. Die Sprache sagt mehr als tausend Augen. Was nichts daran ändert, dass man die Augen grundsätzlich ernster nimmt. Also ich. Dabei lügen die doch eh immer. Bzw. erkennen, was der Inhaber will. Egal was gesagt wird. Da hört man eben nicht hin – glaubt sich verhört zu haben und dreht es einfach um, indem man Blicke so deutet, wie es der eigene Bauch will. Das einzige, was bei mir funktioniert ist eh der Bauch. Hirn, Herz – alles Kokolores. Sehr eingeschränkt verfügbar. Bauch – keine schlechte Muschel macht den so schnell platt. Hirn zu langsam, Herz zu schnell – Bauch auf jeden Fall immer perfekte Geschwindigkeit.
Nur eben auch ein schlimmer Vorgaukeler in eigener Sache. Erkennt, was der Rest sich einbildet zu wollen.
Meine Augen sind etwas zu klein geratene hysterische Kugeln. Sollte auch der Kopf zäh in seinem eigenen Sud schlummern, die Augen flitzen durch die Gegend. Vielleicht mühen sie sich auch nur so ab, weil sie eigentlich etwas langweilig aussehen. Was weiß ich denn? Die machen eh, was sie wollen. Niemand gehorcht in diesen Zeiten des Chaos, den Jahren der emotionalen Plünderungen….dramatische Formulierungen gefallen mir. Wobei so komplett geplünderte Menschen ja auch nicht mehr viel zu verlieren haben. Alles ausgeräumt. Schön durchwischen und eine neue Einrichtung besorgen. Aber bitte erst dann, wenn kein altbekanntes Plünderteam mehr an die Tür klopft. Die bitte erst umbringen. Oder ausschalten. Mit nem Anwalt. Oder dunkler Materie aus deren Vergangenheit. Wozu hat man denn alles mitbekommen, wenn man nicht auch mal das eine oder andere Atombömbchen zündet? Nachher gehen die noch in den geplünderten Räumen hoch, in denen sie vielleicht heimlich versteckt wurden.
Ohh mein Gott!!! Glaube gerade hier jemanden gesehen zu haben, den ich kenne, Porno-Kalle. Mich direkt hinter einem Blumenkübel verschanzt. Die größten Deppen trifft man, wenn man am weitesten flieht. Gut, dass ich hier morgen weg bin. Hier ist auch immer bad-hair-day – es ist zu windig – da hilft auch kein Schmand in den Haaren – der wird von der salzigen Brise zerstört…doch es geht momentan nicht um gutes Aussehen. Gucke hier auch niemanden an. Außer das Servicepersonal. Das Servicepersonal hasst die Touristen. Das ist ihr gutes Recht. Die Truppen Pensionäre ziehen von Laden zu Laden und vergleichen in Aldiletten und Netzshirts stundenlang die Preise. Billigstes Menü – größtes Menü – billigster Alkohol. Diese All-You-Can-Eat-Scheiße ist dermaßen unangenehm. Kein Wunder, dass viele der Koronararterien überhaupt keine Lust mehr haben, die Massen am Laufen zu halten. Bald werden frittierte Tintenfischringe nur noch nach Kilos abgerechnet. Dann werden der gefräßigste Rentner und Touri-Jugendliche gekürt. Die haben dann umsonst gegessen. Das einzige, was Bestand haben wird, ist die Störung des Verdauungstraktes.
Gerade wurden innerhalb einer geschlagenen Stunde zwei Blumenkübel neu bepflanzt. Bei der Geschwindigkeit hätte ich alle längst rausgeschmissen. Im letzten Jahr hätte ich alle rausgeschmissen. Mich allein mindestens zwei Dutzend Male. Eine ganz charmante Eigenschaft von mir: die ungefragte Beurteilung von Allem und Jedem. Je gestresster ich bin, desto mehr achte ich auf Dinge, die mich nichts angehen. Manische Kompensationsbeobachtung? Scheiß egal. Eigentlich müsste man da doch sagen: Halt doch mal deine Schnauze! Das geht dich doch gar nichts an! Und spar dir deinen erzieherischen Klang in der Stimme und das altkluge Gestikulieren – von deiner arroganten Mimik ganz zu schweigen! Andererseits: so charmant fände ich das auch nicht, wenn mir das jemand sagen würde. Auch ich habe Gefühle und bin sensibel. Schließlich bin ich meistens kein Täter, sondern eher Opfer. Demnächst bitte gerne anbrüllen und zurechtweisen. Dann aber mit eigenen Worten. Am liebsten etwas witzig. Man lacht ja auch gerne mal über sich. Manchmal. Eben noch gelacht, als ich heute Morgen Shampoo in die Augen bekommen habe, weil ich irgendwas gesungen und dabei die Geschwindigkeit des Schaumes unterschätzt hatte, hektisch das Wasser aufgedreht, das kochendheiß aus der Dusche kam. Dann meine Ömme an die Duschwand gepogt und mir beim Zurücktaumeln den rechten dicken Zeh knacksend an den Unterfuß gebogen, als dieser sich im Abfluss verhakt hat. Also zuerst natürlich geflucht. Erst etwas Erheiterung als ich den beschlagenen Spiegel aufgeklart hatte und in ein empörtes Gesicht schaute.
Uuihh – ich hätte auch gerne einen harpunierten Hai auf meinen linken Unterarm tätowiert – Stylingimpressionen am Strand. Das sieht sehr männlich aus – Asi-Ahab. Vielleicht lasse ich mir über den ganzen Rücken so ein Trible oder wie das heißt stechen – die sind ja eher neutral…dann aber mehrfarbig, damit ich im Spassbad in Chorweiler nicht mehr gegen die Einheimischen optisch abstinke…
Is doch eh alles Grütze.
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(editiert: 20.05.10 - 23:10)