Montag, 08.02.2010
00:02 » der spango in zeiten der urtikaria
an die urti muss man sich vielleicht einfach nur gewöhnen. zurzeit wandert sie eher sporadisch umher. weigert sich aber beharrlich, mich zu verlassen. interessant sind die quaddeln, die sich in die ohrläppchen begeben. das gefühl ist fast schon angenehm. vor allem im gegensatz zu den eindrücken, die sie in augenlidern oder auf fingerknöcheln hinterlassen. die kann man nicht gebrauchen.
was man auch bleiben lassen sollte, übrigens auf so gut wie allen ebenen, ist, etwas im internet nachzusehen. bei krankheiten landet man immer in selbsthilfeforen, die alle eine botschaft haben: keine weiß irgendwas und es geht bestimmt nie wieder weg. andererseits: es gibt schlimmeres. dadurch kommt nach einer kurzen panik auch eine gewisse realitätsnähe durch. die wahrscheinlichkeit für immer mit der urti rumzulaufen ist eher gering. und es gibt doch auch so vieles schönes, das einem die welt zu bieten hat. fließend wasser, sonne, ein paar menschen, an die man denken kann, wann immer man will und vielleicht auch lecker essen. kaffee, geschichten, die man sich erzählen lassen kann, gerüche von jenen und diesem und natürlich die möglichkeit, gewisse menschen überhaupt nie wieder sehen zu müssen. was ist dagegen schon die urti? ein kleiner lächerlicher plagegeist. einer der eigentlich zurecht daherkommt und sagt: pass up du doof! mach mal halblang, denk nicht nur an die netteren bestandteile deines daseins, sondern erleb sie mal wieder! in den ohrläppchen kann sie ab und an nochmal nach dem rechten sehen. ansonsten muss ich sie mit so etwas wie spangowellness wieder zurück beordern. die urti, die kleine schlampe, die sich im gegensatz zum restweltpuff dann doch eher niedlich gebärdet.

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