Montag, 14.12.2009
00:01 » pegel-expressionen
wissen sie - im grunde ist mir die welt ja viel zu laut. im grunde gibt es auch viele menschen, die mich als zu laut empfinden. das ist aber nur mein zurwehrsetzen, schätze ich. mit schweigen erreicht man ja nix. ich zumindest. schweige seit geraumer zeit, was viele dinge angeht. weil ich ratlos bin. unschlüssig, wie ich mit der lauten welt gerade umgehen soll. anschreien bringt ja nicht immer was. heute strahlte die sonne durch die klirrendkalte luft als ich mich von köln nach düsseldorf aufmachte. gut kombination. hell und klar. wo doch fast alles trüb und dunkel ist. erst am hbf in düsseldorf fällt mir die lautstärke wieder auf. der wunderbare geruch nach fettigem weihnachten, plärrender konsum, genährt durch den dispo suppt aus den gesichter der mitreisenden. prall gefüllte tüten mit scheiße. denn heute ist verkaufsoffener sonntag. gleichzeitig auch noch trödelmarkt direkt gegenüber von dem friedhof. deswegen auch diese wohlige kuschelatmosphäre in der straßenbahn. daunenjacken verfangen sich in meinen tränensäcken. der daunenersatz sucht nach obdach, denn die schlangen an den kassen sind so lang, dass der schweiß der träger keinen halt mehr macht. im kaufhaus vergessen viele, dass sie drinnen sind. naja, wenigestens ist auf dem friedhof ruhe, hier gibts nix zu kaufen. hier erwirbt man nur immer aufs neue die gewissenheit, dass die freude, jemanden gekannt zu haben, das einzige ist, was den verlust erträglich macht. und das muss auch mal gesagt werden: lilien halten der zeit am besten stand. lilien sind der jopi unter den blumen. nur riechen sie wohl besser. übrigens werde ich wohl demnächst auf firmenfeiern verzichten. keine ahnung, was ich da soll. und momentan trinke ich dann aus frust zu viel, weil ich mich fast überall fehl am platz fühle. fragen sie mich bloß nicht, was ich alles erzählt habe. bestimmt war ich sehr charmant - und viel zu laut...

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