Mittwoch, 08.10.2008
22:52 » Guerrilla-Germanistik und Werbefuzzi-Fatwa
Feinen Menschen muss man geben
Was sie wünschen
Es ist eben eine Pflicht
Nichts ist wichtiger als dies

Die Schwaben, so wusste der dunkle Imperator zu berichten, stehen am Neckar und lutschen die Konsonanten weich. Ich habe die Probe aufs Eggsembel gemacht.

Erkennen kann man es wohl nicht so toll, was der Qualität meiner Händikamera ebenso geschuldet sein dürfte wie der Ruhe meines Fingers am Abzug, aber ich habe verifiziert: Ja, ein Guerrilla-Germanist hat in schönster Sütterlinschrift auf der Mauer des Hölderlin-Turms zu Tübingen notiert, wie er zur Lehrmeinung betreffs des Dichters Psychobiographie steht. Zwar haben spätere Generationen die Wand zum Palimpsest gemacht, aber unter dem Klingelschild "Fritz Hölderlin!" ist noch lesbar: "Der Hölderlin isch et verückt gwä."
Daneben ist übrigens der Briefträger abgebildet:

Welche Post er dem Poeten bringen mag? Ob es ein druckfrisches Exemplar einer Hyperion-Neuauflage ist oder doch eher ein Bildband, der dem Adressaten bei seinem (ANGEBLICH!) liebsten Hobby als kleine, ähem, Handreichung dienen soll? Falls letzteres, deutet die Ausprägung seiner Extremitäten im Unterbauchbereich an, der Thurn-und-Taxis-Knecht habe selbst einen Blick ins Transportgut riskiert? Spekulationen dieser Art sollte man nach Ansicht des Admirals am besten der britischen Yellow-Press-Literaturwissenschaft überlassen.

Ganz anders ist es da um des Nautikers Meinung zum Marketing einer Tübinger Konditoreikette bestellt:

Ein Aufsteller am Straßenrand fordert die Kunden der Bäckerei Keim auf, ihre am Vortag gekauften und nicht verzehrten Brötchen zurückzubringen und kostenfrei durch Frischware zu ersetzen. Wem dafür der Knallerslogan "Keimtauschen" einfällt, der ist was? Genau: im falschen Beruf.

1 Kommentar

  1. Tod Spango am 14.10.08 - 11:21
    (editiert: 14.10.08 - 13:22)

Kommentarfunktion deaktiviert.