der sympathische herr scobel sitzt mit doofen zusammen und bespricht bücher. zuletzt stellt er ein buch vor, das - oh schreck! - keine hochliteratur ist.
herr scobel mochte das buch. fand es sehr spannend. es ist die wiedererzählung eines oft dramatisierten stoffes - über einen russischen serienkiller, der über jahre mehr als 50 kinder ermordet hat. da in der stalinzeit menschliche auswüchse, die dem bild des arbeiteten genossen nicht entsprachen, ignoriert und vertuscht wurden, nimmt man in der tat an, dass niemand wirkliches interesse an der aufklärung eines serienmordes hatte. hierzu möchte ich den TV-Film "Citizen X" mit stephen rea aus dem jahr 1995 empfehlen, den aus dem jahr 2006 ("suspect zero") kann man sich sparen.
da sitzen dann zwei schriftsteller und eine literaturkritikerin und wollen sich der unterhaltungsliteratur keinesfalls geschlagen geben - vor allem die langweilige julia franckh beklagt sich, dass so viele ungenauigkeiten im text gebe, die ja wohl ein gutes lektorat ausgemerzt hätte. da ist von "chemischer energie" die rede, wenn über amphetamine geredet wird, dabei wüßte ja wohl jeder, dass die amphetamine lediglich die "neurotransmitter anregen", also effektiv "keine extra-kilojoules" dem körper verabreichen würden. außerdem wird eine "suppe durchgerührt" anstatt "umgerührt". und überhaupt, wer sagt denn, dass der später gefasste mann wirklich alle 50 morde begangen hätte? vielleicht hat er nur 20 begangen und die anderen hat der staat ihm angehängt. oder - hier geht die phantasie mit ihr durch (was man ihren bräsig-langweiligen geschichten mal wünschen würde) - und der staat hat die übrigen morde selber in auftrag gegeben. ja, das weiß man nie, ob nicht der staat ein dringendes interesse daran hätte, wahllos kinder auf dem land brutal zu meucheln. vielleicht menschenversuche, um ein grippemittel zu testen? die anzahl an kreischenden schulklassenausflügen zu dezimieren? man weiß es nicht. aber damit immer noch mehr als die literaturkritikerin, die zugibt, dass sie niemals krimis lese (auch fr. franckh versucht thrillern mitunter eine chance zu geben, doch nie konnte einer gegen ihre stirnlappenlähmung gewinnen), aber das tolle an der lektüre wäre gewesen und da kann man davon ausgehen, dass sie hier wirklich irrt - dass sie sich endlich mal klüger fühlte, als der autor. denn allein ihre zusammenfassung verrät, dass sie nichts geschnallt hat. der schriftsteller - auch hier habe ich den namen vergessen, hält das buch für äußerst brutal und schändlich, weil der autor genau den vorgaben der typischen "writing kurse" gefolgt wäre, die in den USA gelehrt würden. es wäre zwar perfekt und er fand es sehr fesselnd. trotzdem schändlich. puuhhh - die doofen, die sind schuld an der ganzen langweile und dutzenden literaturpreisen, die schriftsteller davon abhalten, mal etwas für ihr publikum zu verfassen. sowieso haben alle die kniffe angeblich durchschaut und die ziele der haken erkannt. nur nicht der herr scobel. weil er ehrlich war und nicht ausschließlich bücher liest, deren klappentexte schon die dramen von jahrhunderten auflisten, die allesamt in einem menopausal-psychotisch-dissoziatischen suizid münden. in einer dunklen zwei zimmer wohnung an einer stark befahrenen straße im nirgendwo, das ja irgendwie überall ist und so...
ach so, das buch habe ich fast vergessen:
KIND 44 - scheint gut zu sein...
yeah, "citizen x" ist wirklich ein sehr guter film.
ja, lange nicht gesehen, aber hallt bis heute nach..