Nun, was kann die Materie dafür, dass Spango ein wenig minderbemittelt ist, was den Bewegungsapparat angeht? Gegenfragen: Warum müssen Sägen scharf sein, und können, neben Holz und dergleichen – auch die menschliche Haut durchfräsen? Wieso ist das menschliche Knie nicht Manns genug, um einen spontanen Sturz vom Fahrrad angemessen abzufedern? Vor allem, wenn es auf einem Schotterbelag aufschlägt? Und wieso wagt es der Schotter, sich tief in das Beingelenk einzubuddeln? Warum liegen überall Glasscherben herum? Wieso neigen sie dazu, sich durch die Sommerschlappen zu mogeln und ein großes Loch auf der Fußunterseite zu hinterlassen? Warum ist der Fuß darauf nicht vorbereitet? Warum existieren da keine Absprachen, die beide Seiten (Glas / Fuß) zufrieden zurück lassen? Schlechte Lobbyarbeit, nehme ich an.
Mit dieser missgünstigen Materie habe ich mich abgefunden. Wenn ich mir, wie etwa letzte Woche eine Jeans bestelle, von der ich mir sicher bin, dass mich eben dieses Modell, in eben dieser Größe zuvor bereits angemessen bekleidet hat, und sich diese Hose dann kurz über den Knien sich weigert, angenehm fluffig weiter über Spangos untere Körperhälfte zu rutschen. Dann stimmt da doch was nicht! Mit der Materie! Entweder, die bulimischen Designer haben vollends den Verstand verloren und wieder mit den italienischen Größen gespielt. Oder die Schöpfung hat sich wieder einen neuen Spaß erlaubt und mir erneut ein Bein gestellt. Die Annahme, dass sich die Vorgängerjeans langsam meinem Körper anpassen musste und die Form verloren hat, kann ich nicht unterstützen.
In Oberhausen gibt es eine vorzügliche Ausstellung mit Werken von Herrn Deix. Die sollte man sehen, wenn man sich in der Nähe aufhält. Auch hier hat man es mit normalen Menschen zu tun, die in italienische Größen gesteckt wurden.

(editiert: 27.03.08 - 10:40)
(editiert: 28.03.08 - 01:04)