Ein zufriedener Wähler bin ich nicht. Wer ist das schon? Aber man lässt sich so einiges gefallen, weiß man doch, dass es keine Wahlentscheidung gibt, die einem nicht zu schaffen macht. Das ist insofern egal, als dass man sich natürlich darüber im Klaren ist, dass nicht jeder Spango exakt die Vertretung bekommt, die er sich konkret vorstellt. Oder gar erträumt…
Man weiß ja eh nicht, ob man so richtig mündig ist – denn ich schlingere in letzter Zeit immer so durch die Gegend, nehme nur manchmal die Umgebung wahr.
Manchmal erkennt man aber echte Aufreger, selbst wenn man ein Phlegma ist. Wenn sich es DIE GRÜNEN wirklich trauen sollten mit der CDU in Hessen irgendein Bündnis einzugehen, egal wie geartet, dann haben sie einen weiteren Wähler verloren. Nachdem sich die schief geliftete Beule von Pest in der Hansestadt dazu emporgrinst mit den Alternativen erneut eine Koalition der Unmöglichkeit zu schmieden, scheint es jetzt sogar Roland Koch, den ja ein paar Verharmloser in der Republik als Hessen-Hitler bezeichnen, zu gelingen, aus seinem verbalen Pogrom-Wahlkampf als einziger Gewinner herauszugehen. Es ist kaum zu fassen wie sich die Gesamtheit der Parteien bei dieser Landtagswahl präsentiert hat und wie sie in der Nachlese mit ihren erbärmlichen Strategien fortfährt.
Da wäre dieFrau Yps. – ein lächelndes Gimmick, das zeitweise schön amüsierte, wenn es in dem lächerlichen Fernsehduell mit dem Machthaber - gleich einem leicht beschwipsten Mädchen aus einem protestantischen Kirchenchor – mit müder Rhetorik die Zahlen- und Verbalattacken des Diktator zwar nicht angemessen parierte, aber wenigsten diese versehentlich ihrer wahren Natur preisgab. Unterstützt wurde Yps. dabei allerdings von einem Roland Koch, der aufgrund einer ausgewachsenen Grippe-Erkrankung sein wahres Selbst kaum mehr verbergen konnte. Ein Hustelinchen lutschend reckte er seinen Unterkiefer vor und durchbohrte das Kirchenchorkind mit hasserfüllten Blicken. Das kam nicht gut an. Denn ein Koch funktioniert nur dann gut, wenn er überlegen sein Überlebensrezept verkündet – ohne die Parole „willst-Du-meinen-totalen-Krieg“ in den Augen zu tragen.
Eigentlich wäre es nach dem Wahldebakel des grippalen Demagogen ohne Hemmungen durchaus möglich gewesen, ihn in die kalte Kellerkammer zu schließen, in der er scheinbar groß geworden ist.
Aber nein – hier wurde das Gimmick dann doch sehr emotional – als es annahm, es könnte eine Minderheitsregierung zusammenzimmern bzw. mit der Ankündigung derselben die liberalen Hirnhupen aus der Reserve locken. Richtiger wäre es gewesen die CDU daran zu erinnern, dass es Zeit für eine große Koalition ist – ohne Roland, der schließlich bewiesen hat, dass die von ihm ausgerufene Persönlichkeitswahl nicht so ganz zu seinen Gunsten ausgefallen war. Die CDU hätte schön blöd dagestanden, wenn sie auf ihren aknezerfressenen Anführer bestanden hätte. Aber nein – es musste ja ein Experiment des Wahnsinns zusammengekloppt werden – fragil wie ein Schneeflöckchen auf einer heißen Herdplatte. So ist sie denn auch schnell verdampft – verpufft in den schweißig-schwieligen Händen von dem immer noch amtierenden Ministerpräsidenten, der sich sicher genüsslich jeden Abend die neuesten Meldungen aus den Niederungen seiner verblödeten Gegnerschaft durchliest. Er hatte schließlich genug Zeit, um selber seine Zukunft zu sondieren. Jemand, der seinen politischen Ziehvater und seinen besten Kumpel über die Klinge springen lässt, um bramsig seine Lobbyarbeit weiterzuführen, lässt sich nicht so einfach wegypsen – vor allem nicht, wenn man ihm die nötige Zeit gibt, um sich zu erholen. Schön, dass die SPD eine Rehazeit für diesen schlimmsten Fall von MP ermöglicht hat.
Und der Herr Al-Wazir, der sich ja seit Jahren anschickt endlich mal auf die Bundesebene zu gelangen (außer als Hüpfburgersatz), wenn der es jetzt wagen sollte…
Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt noch mündig bin- warum? Deswegen: da gehe ich in einen Spielzeugladen. Spielzeugläden mag ich und dafür ist man nie zu alt. Hinter mir – beim Eintreten – eine Mutter mit riesigem Kinderwagen. Spango ist sich nicht nur nicht zu fein, sondern hilft Müttern mit ihren Frischgeschlüpften gerne. Als ich da so stand, die Türe hinter mir verharren lassend, zieht das Gesicht der Mutter an mir vorbei – und entgegen meiner Erwartung schaut sie alles andere als erfreut – warum nur? Denke ich bei mir und ziehe an meiner Zigarette. Ach so – fällt mir ein und auf – hier solltest du nicht rauchen, in einem Spielzeugladen, gerade dann nicht, wenn du einer Mami die Türe aufhältst.

(editiert: 26.03.08 - 10:00)
(editiert: 26.03.08 - 11:33)