Am Gleis wartet manchmal ein nervöser Mann auf den Zug.
Er muss immer auf und ab rennen, wenn der Zug Verspätung hat. Es ist wohl eine Zwangshandlung. Dabei schüttelt er den Kopf und stapft, sehr stürmisch, hin und her.
Auch ich bewege mich ständig. Wibbel herum, als könnte ich es nicht erwarten. Es fällt nur nicht so auf. Langsam scheine ich meine Kreise zu ziehen, geschmeidig die Raucherzonen umzingelt ohne sie je einzufangen.
Herr R. hat eine Fotoserie von mir gemacht. Als Privatier. Herr R. als Profi, Spango als Privatier. Den letzten Urlaubstag gammelnd verbringend. Mit Kaffee, Zigaretten und Spökes.
Nun habe ich mir die Bilder angesehen. Fand sie eigentlich nicht so schlimm. Zumindest nicht so schlimm wie sonst. Aber mir ist aufgefallen, dass ich immer noch so ein Ganzkörperkrampf bin, nicht wie früher. Versteckter. Heimlich. Das Unterkinn andrückend. Feste Blicke ins Nichts aussendend. Grimassen schneidend. Fast nie locker. Das ist gar nicht gut. Eigentlich sollte sich alles direkt entladen. Bis zur Entspannung. Doch das werde ich wohl nie hinkriegen.
Dazu fehlt mir der Standby-Knopf. Was nicht bedeutet, dass ich immer nachdenke. Nein. Auch wenn nichts passiert, steht Spango unter Spannung. Eher lauernd als sinnierend. Selbst beim Durchzug sind die Scharniere angezogen.
Lustig, weil der Krampf inzwischen entsteht, weil er vermeidet werden soll. Es sind dadurch, das muss auch mal gesagt werden, weitaus „lockerere“ Krämpfe. Früher habe ich jede Faser meines Körpers angespannt, heute nur noch Partien, um den Rest abzulenken. Den großen, angeschlagenen.
When things get so big, I don't trust them at all
You want some control -- you've got to keep it small
