„An evil look that tells me to fuck off
From the one who’ll never treat me soft
I start to boil and to concentrate
On images of anger and of hate
These are the ways I feed my hate“
So singt es der gute Iggy Pop und erwirbt damit respektable Meriten in der Traditionssportart menschliche Interaktion als Thema von Popmusik.
Eigentlich wollte/sollte ich ja – wie bereits berichtet - abends zu Hause keine Düstermusik mehr hören. Welche Rolle spielt jetzt also dieses Textzitat für den Stand des Großprojekts positive Lebenseinstellung, möchte man fragen. Nun, dazu ist m.E. zweierlei zu vermerken:
1.) Es ist hellichter Tag.
2.) Der Text hat mit meinem Leben nichts, aber auch rein gar nichts zu tun.
Wirklich wahr: Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal einen bösen Blick geerntet hätte. Gegenwärtig, seit einiger Zeit sogar, scheint sich die Taxonomie von Blicken mit Fab als Adressat auf die beiden Spezies „wohlwollend“ und „kein“ einzupendeln. Evolution halt. Eigentlich keine schlechte Entwicklung. Mithin besteht meinerseits auch kein Anlaß, irgendeinen Haß zu füttern. Obwohl drollige Vorstellung: Einem kleinen Nachwuchshaß mit Lätzchen um den Hals wird Nahrung angepriesen mit den Worten: „Ein Löffelchen für Tante...“ Egal.
Wenn dieses Zitat nun aber mit meinem Leben nichts zu tun hat, dann muß es doch irgendeinen Zweck geben, zu dem es hier angeführt wird, oder?
Gibt’s auch: Es erbringt quasi ex negativo den Beweis, daß dieser ganze Düsterquatsch mir als Person nicht angemessen ist. Soweit war ich bereits im Februar diesen Jahres, als mir eine andere Textzeile als Fingerzeig am Horizont der Sinnstiftung die Möglichkeit eines Weges wies.
Dunkel erinnere ich mich daran, ständig darüber geschwafelt und die Defizite an Überzeugungskraft meiner Agitation schlechterdings ignoriert zu haben. Lästige Eigenschaft: Wenn mich etwas beschäftigt, will ich, daß es alle anderen auch beschäftigt, ohne vorweg die Absurditätsprüfung mit hinreichender Akribie anzustrengen.
Irgendwie bin ich dann in einen nicht näher zu qualifizierenden Taumel geraten, der nicht weniger bewirkt hat, als daß ich den Horizont der Sinnstiftung und den ihm zu entnehmenden Fingerzeig aus den Augen verloren und die Textzeile schlichtweg vergessen habe.
Manche meiner Lieben bescheinigen mir gelegentlich ein recht passables Textgedächtnis. Um so fataler, daß es gerade in diesem Falle kläglich versagt hat. Und um so bejubelnswerter, daß mein in inniger Verbundenheit nach seinem Ortswechsel den Kontakt haltender, ehemaliger Taumelgefährte, der Admiral es mir gestern in aller Beiläufigkeit am Telefon – Segen moderner Kommunikation - ins Gedächtnis zurückrief:
„Ain’t it something, we’re born to hula?“
Diese Frage stellen die Queens Of The Stone Age [zugegebenermaßen eigentlich ‘ne eher mediokere Combo; d. Verf.]. Und zwar zu Recht, wie ich finde. Auch mußte sich diese Frage inzwischen der Absurditätsprüfung stellen. Ergebnis: Bestanden. Summa cum laude.
Daher mein Appell an alle von Sinnfragen Umgetriebenen mit Grundtendenz zu Negativität: Denkt mal drüber nach!
Hilft.
