Montag, 19.11.2007
12:01 » spango baumelt wieder
sehen sie, das hätte auch niemand gedacht, dass sich die grippe einen tag vor ende des urlaubs aus dem staub macht.
so konnte ich preußisch meinen dienst beginnen. der urlaub war so beschissen, dass ich mich entschlossen habe, einiges zu ändern. in den zwei wochen habe ich u.a. mit zwei guten freunden telefoniert, die leider sehr weit weg wohnen (eigentlich gar nicht so weit, bin nur zu spango die letzte zeit, um überhaupt mal den knorrigen arsch hochzukriegen).

und mit beiden hatte ich bestimmt seit sechs monaten nicht geredet. und das ist eigentlich unverzeihbar. es gibt nicht sehr viele menschen, auf dessen meinung ich zähle und - viel wichtiger - diese auch durchdenke und, in wachen momenten sogar umsetze. insgesamt habe ich im letzten jahr vieles schleifen lassen. eigentlich alles, was wichtiger ist als arbeit. das passt so gar nicht zu mir. nur bin ich in einem alter, in dem ich mich wohl endlich mal vergewissern wollte, etwas bleibendes, eigenes und festes aus der taufe zu heben. das habe ich jetzt davon. insgesamt ist das zwar gelungen. aber wie bilanzierte der kgb den kalten krieg: nach punkten gewonnen, insgesamt ziemlich verloren. ich sehe es umgekehrt: auf jeden fall haushoch nach punkten verloren (bzgl. lebensqualität, soziales umfeld, störungen im interaktionsbereich, abdeckung zwischenmenschlicher notwendigkeiten sowie deckung eines angemessenen lebensstandards). insgesamt irgendwie gewonnen. obwohl letzteres erst nach zwei jahren sicher sein wird. sie können dann gerne nochmal auf mich zukommen.

wo war ich? ach ja: zumindest dachte ich nach den beiden telefonaten, was für eine erbärmliche wurst ich doch bin, wenn mich die widrigkeiten des lebens so in der zange haben, dass das essentielle so in mitleidenschaft gezogen werden kann. denn was gibt es denn, außer den wichtigen menschen? ja, ja - sehense.

es gab einmal einen menschen, der behauptet hat, ich würde eh immer die seele baumeln lassen. dafür (und für weitere demente aussetzer) habe ich ihn komplett aus meinem umfeld gestrichen. denn nur ein mensch, der jenseits seiner beschränktheit nichts wahrnehmen will (oder kann?) glaubt ernsthaft, dass man als "freischaffender" wenig zu tun hätte. zumindest dann nicht, wenn man davon leben will.
aber jetzt, als seelebaumelnder angestellter, jetzt muss ich mal wieder etwas zeit gewinnen. für die anderen, die mein leben bereichern. allein bleibt eh nur viel schwarze materie.

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