Donnerstag, 20.09.2007
10:33 » tu spango mal die erbsen und möhrchen
Früher war alles besser. Man war immer betrunken und hat am nächsten Tag nix mehr gemerkt. Heute trinkt man fünf Kölsch und wünscht sich am Tag danach, dass das Essen auf Rädern erstens leicht verdaulich und zweitens angemessen warm ist, damit die Erbsen und Möhrchen auch anständig verdaut werden können. Wie ist das nur passiert? Und wann? Wann genau? Wer weiß das schon. Prozesse, die uns langsam der fühlbaren Endlichkeit unterwerfen, geschehen halt sukzessive. Die pirschen sich ran, während man noch bedröhnt auf einer Wiese sitzt. Der Sommer meint es gut und lässt auch nach Sonnenuntergang das Lebhafte gewähren. Ohne falsche Vorsicht schüttet man Zucker in den vermeintlich zu trockenen Wein und bespricht sich mit Menschen, die man kaum kennt und bald sehr viel näher kennen lernen wird und dergleichen. Weil man jung ist. Spaßbereit und unpräpariert. Man macht sich einen schönen Abend, eine schöne Nacht, einen schönen Morgen, und kann problemlos die Kennengelernten wieder entweichen lassen. Der Zucker wirkt nicht nach, nur die süße Erkenntnis, dass das Flüchtige ein Wert ist, dem man nicht nachtrauert, weil es ihm die Existenzberechtigung raubt.

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