Montag, 18.06.2007
12:17 » ein letztes mal spass
kennen sie das? es ist laut. es ist viele. es hat nur ein kleines hirn. es ist laut. es ist laut. es glaubt an seine tollheit, als viele. und vor allem ist es laut. es trägt mehrere schlecht bedruckte t-shirts, von gleichem aussehen. und es schwankt durch die verpisstesten ecken des landes. laut. jungesellenabschiede. eine wunderbare daseinsform für jene, die alleine nicht die fresse aufbekommen. so etwas wie ein kleiner reichsparteitag für die schüchternen und nicht so schüchternen, die dann alle zusammen rumschreien und dinge zusammen tun können, zu denen man sich als dreizehnjähriger gerne einen runtergeholt hat. eigentlich geht es mich ja nichts an. aber in der düsseldorfer altstadt gibt es inzwischen mehr gröhlende gruppen mit öden motto-shirts, als vernünftig gelbäugige überzeugungssäufer. da kann man wirklich nicht mehr hingehen. kleine bubis brüllen ihren frust durch die bommerlunderfahne durch die weiten des eisenbahnabteils. diese einrichtung dient dazu, vor der zeit der verbote noch einmal alles machen zu können, was das leben so lebenswert macht, offenes fremdficken, an einem (oder mehreren) abenden eine leberzirrhose herbeisaufen, in die hose pissen und schlechte motto-t-shirts tragen. manchmal lässt man sich das auch mal was kosten. stichwort: wochenendsaufstripvögeltour. natürlich ins nahe und günstige ausland. dort kostet ne frau weniger als hier das material für eine fernfahrerfotze. spaß muss sich nicht nur lohnen. er muss auch bezahlbar - sprich billig - sein, damit man seinem hang zur wiederholung ausreichend frönen (schreibt man ohne h - aha, hat der schatz mich drauf gebracht, der weiß sowas) kann. und schön, dass die menschen spaß haben. für ein paar euro. in dieser globalisierten welt, die soviel bietet. eigentlich ist es okay, wenn die menschen sich amüsieren und eigentlich können sie das machen, wie sie wollen. von mir aus! von mir aus mit einem auf dem boden schlurfenden speichelfaden und einem dauerständer, der gen osten zeigt. so lange man nicht in den osten geht und dann noch damit prahlt, dass man dort von glücklichen frauen für den preis einer jugendherbergsübernachtung beglückt werden kann. an dieser stelle fällt mir eine dokumentation zu den prostituierten an der deutsch-polnischen grenze ein. die macher der doku habe eine eigentlich ganz hübsche blonde frau interviewt. nach einiger zeit zog sie sich dann die blonde echthaarperücke ab und entfernte das zentimeterdicke make-up. zum vorschein kam eine abgemagerte, lebende leiche mit etwas flaum auf dem kopf. sie hatte aids im endstadium und ging noch immer anschaffen, um ihre kinder durchzubringen. es wirkte, als hätte sie noch etwa drei wochen lebenszeit übrig. ihre kunden: deutsche. und was fordern die fast durch die bank: ohne gummi. für fast kein geld. vor und nach dem jungesellenabschied, versteht sich. spaß ist, was man draus macht...

6 Kommentare

  1. DerSven am 18.06.07 - 13:33

    Waschen Sie sich mal den Mund, Herr Spango. Damit küssen Sie Ihre Mutter???

  2. Tod Spango am 18.06.07 - 13:34

    noch lieber küsse ich dich...und eine zensur mit seife gibts bei mir nicht....

  3. Tod Spango am 19.06.07 - 01:04

    weil es mich v.a. onomatopoetisch überzeugt:
    ich saje wat ich meine, jonn ich och dadran kapott, schad ich mir och selfs, ich kruffe keinem in de fott...

  4. lucky am 19.06.07 - 10:45

    wie, jetzt komm ich nicht mehr mit, liegt die düsseldorfer altstadt jetzt in polen?

  5. raketenprinz am 19.06.07 - 10:56

    sie haben wirklich eine seltene gabe, unter zuhilfenahme misantrophischer assoziationsketten in den abgrund zu blicken, herr spango.

  6. Tod Spango am 22.06.07 - 10:40

    @ lucky: nee, nur in polen, da findet dann der jungesellenabschied extended statt...habe ich einfach mal verknüpft...

    @raketenprinz: ja, stimmt. ist aber ein automatismus, den ich schwrr abstellen kann. der wird manchmal durch äußere umstände angeschmissen und die düsteren transfere müssen dann raus. so real wirke ich fast wie ein menschenfreund. wirklich.


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