Samstag, 27.01.2007
20:33 » Green Card
Da die Popularitätswerte der US-Regierung sich mittlerweile jenen der Manson-Family unmittelbar nach Sharon Tates Ermordung anzunähern scheinen, hat Bush junior nun ein neues Politikfeld zu beackern begonnen. Bestand Natur gemäß seiner Definition bislang aus dem Abstand zwischen zwei Ölbohrlöchern, geriert er sich nun plötzlich als weltgrößter Umweltschützer.
Da trifft es sich ausgezeichnet, dass das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) kommenden Monat im Auftrag der UNO eine Expertise vorlegen wird, an der hunderte WissenschaftlerInnen intensiv gearbeitet haben. Laut Vorabmeldungen wird es sich um einen höchst alarmierenden Bericht handeln. So sei bis zum Jahr 2100 selbst dann ein globaler Temperaturanstieg von 3 Prozent zu erwarten, wenn es zeitnah gelinge, die weltweiten Treibhausgas-Emissionen um 60 Prozent zu reduzieren.
Für die Arktis wird gar ein Temperaturanstieg von 6 Grad prognostiziert. Grönland (altnordisch für Grünland) scheint seinem Namen also in nicht allzu ferner Zukunft wieder gerecht werden zu können. Als die dortige Eisdecke vor 125.000 Jahren im Zuge der Eem-Warmzeit zuletzt komplett abschmolz, war dies mit einem Anstieg der Meeresspiegel um vier Meter verbunden...
Daran, dass die derzeitige rapide Erderwärmung ein menschengemachtes Phänomen darstellt, hegen die IPCC-WissenschaftlerInnen offenbar keinerlei Zweifel mehr.
Doch Panik ist unangebracht, denn es naht ja die globale Rettung in Gestalt von Super-Georgie. Mit Kinkerlitzchen wie schnöden Treibhausgas-Emissions-Zahlen gibt sich der Weltenretter erst gar nicht ab. Stattdessen bemüht sich die US-Regierung momentan darum, die Forderung nach Installation eines das Sonnenlicht reflektierenden Monumental-Spiegels im All in den IPCC-Bericht zu schmuggeln.
Die das ein oder andere Wölkchen Kohlendioxid, Methan, Distickstoffoxid, Fluorkohlenwasserstoff oder Schwefelhexafluorid verströmenden Industriezweige müssten dann nicht mit wirtschaftsfeindlichen Verpflichtungen behelligt werden.
Und mal ehrlich, Highlander II statt Kyoto-Protokoll, wenn das nicht rockt!!!
Den endgültigen Beweis, dass die Kyoto-Vereinbarung rein gar nichts bringt, liefert die US-Regierung gleich mit. Das Protokoll kranke daran, dass "einige große Treibhausgas-Emittenten" den Vertrag nicht unterzeichnet hätten.
Wer wagte der Regierung des bei weitem größten Treibhausgas-Emittenten, auf den dies zutrifft, da zu widersprechen...

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