Donnerstag, 25.01.2007
11:03 » the case - life

von hier

Wenn eine Gechichte auf drei Zeitebenen spielt, die immer wieder ineinander greifen und untereinander nicht nur halbwegs Sinn machen, sondern auch noch in einem schlüssigen Ende münden. Wenn der Tod als treibendes Element die Handlung voranpeitscht, der Tod das Leben der Protagonisten bedingt.
Der Tod die Triebfeder für die Ausbreitung und das Überleben eines Reiches in der Vergangenheit war, das manische Verlangen nach Heilung in der Gegenwart ist und das Argument für ewiges Leben in der Zukunft darstellen wird.
Und dieses alles auch noch n Bilder getaucht wird, die ebenfalls mit Symbolen und visuellen Entsprechungen spielen, sich die Zeitebenen die Bälle unverhohlen zuschmeißen. Etwa in Form eines sich ausbreitendem Tumors, der droht ein Hirn zu verschlingen, einer fernen Sternenkonstellation, die einen sterbenden Stern umgibt und der Quelle des Lebens, die auch todbringend durchbrechen kann, um das eigene Überleben zu sichern.

Will man dieser Geschichte folgen? Ja. Man muss es sogar. Für lange Zeit wird wohl keine so außergewöhnlich schöne und wunderbar erzählte Geschichte mit so einem Budget ausgestattet werden. Zuerst sollten Herr Pitt und Frau Blanchett die Hauptrollen spielen. Herr Pitt hat sich dann getrollt, wohl, weil er die Geschichte nicht geschnallt hat. Frau Blanchett musste nach der vorläufigen Einstellung des Projekts die Gage bezahlt werden. Beide haben sich in Babel zufällig wieder getroffen. Das ist dann die Strafe.

Man darf im Grunde glücklich sein, dass die beiden durch Herrn Jackman und Frau Weisz ersetzt wurden. Denn zu keiner Zeit traut man Herrn Pitt zu, die drei Charaktere, die untereinander spürbar verschieden sind, um ein stimmiges Ganzes abzubilden, zu verkörpern. Herrn Jackman traue ich das jetzt zu, weil ich es halt gesehen habe. Und obwohl Frau Blanchett wohl die besserere Schauspielerin ist, wäre sie in der Dreifach-Rolle nur zu einem Drittel glaubhaft gewesen. Als eine im Leben den Tod begrüßende, eine defensiv-stolz ertragende, die trotz der vermeintlichen Schwäche der starke Charakter ist. Als eine Frau mit dem Mut zur zerbrechlichen Schwäche kann man sie sich nicht so recht vorstellen. Frau Weisz empfängt ihr Schicksal als Siegende, dazu braucht es das Mädchenhafte, das mit großen Augen das Unabwendbare als Überraschung empfängt. Akzeptanz als Bedingung um wirklich zu Überleben.

Vielleicht sind es auch diese Elemente, die den Film zu etwas Besonderem machen. Oder es liegt für mich persönlich daran, dass ich gerne ein paar der gezeigten Charakterstärken besitzen würde. Ich weiß, es ist ein Film. Weit entfernt vom Anspruch, Wirklichkeit abbilden zu wollen. Ebenso frei von überästhetisiertem Geschichtenerzählen, dem aufgrund seiner Anstrengung alles zu negieren der Mut fehlt, den Zynismus in die Ecke zu stellen und die Leere mit Inhalt zu füllen.

The Fountain traut sich, etwas erzählen zu wollen. Ernsthaft. In einer eigens entworfenen Welt. Komplett distanzlos.

Sollte man sich anschauen, wenn man Nähe ertragen kann. Und akzeptieren, dass nicht immer alles in Ordnung ist.

3 Kommentare

  1. Holg am 25.01.07 - 19:36

    Bekommen Sie eigentlich jedesmal Geld dafür, wenn Sie den Trailer in diesem Blog posten?

  2. Tod Spango am 26.01.07 - 12:11

    nee, das mache ich scheinbar umsonst...

  3. Holg am 26.01.07 - 13:43

    Touché!


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