Es gibt Menschen, die sind unansehnlich – so von einem subjektiven Standpunkt. Das macht ja nichts. Ist eher eine Geschmackssache.
Dann gibt es Menschen, die sind – so im objektiven Sinne – hässlich. Wie der Glöckner von Notre Dame oder der Elefantenmensch. So die Kategorie: oje, das tut mir aber Leid.
Es gibt noch eine Steigerung. Ein Exemplar, das eine eigene Gattung darstellt. So was von hässlich, dass man kein Mitleid mehr hat. Subjektiv hässlich. Eine Fratze, die offenbart, was das Innere ausmacht. Man ahnt es, wir reden über Roland Koch. Und wenn man bei Roland Koch mit der Schilderung seiner fies verwitterten Epidermis und seinen abstoßenden Schlauchbootlippen anfängt, dann ist das alles andere als oberflächlich. Es hat nichts mit der Optik zu tun, die für sich steht. Die Optik steht in dem Fall für den Menschen. Oder bleiben wir besser bei dem Begriff Exemplar.
Die CDU hat eine tolle Idee gehabt und veröffentlicht, ohne Rücksicht auf erdrutschartige Verluste, so genannte Jugendbilder von Teilen ihrer Führungsriege. Angela schneidet da überraschend gut ab. Die Männer, die ihr die zu engen Kostüme über den Wanst ziehen wollen und dabei gleichzeitig bibbernd und bittend am Rockzipfel hängen, waren, sind und werden das Eine immer sein: hässlich wie die Nacht. Im Hauptfeld teilen sich Jürgen Rüttgers und Roland Koch die Trophäe. Den Pokal: arschkrempige Pimmelkopffresse mit der goldenen Schleife für besonders missratene Gesichtspartien.
Während Herr Rüttgers sich momentan auf dem Feld des marxistischen Meinungspopulisten versucht, nachdem er von jemandem gesteckt bekommen hat, dass Nordrhein-Westfalen überwiegend von Arbeitern besiedelt wird, geht Herr Koch wieder einmal aufs Ganze und schenkt der Öffentlichkeit eine neue Affäre. Wir erinnern uns: vor ein paar Jahren hat er noch seinen Ziehvater Kanther über die Klinge springen lassen, weil er beinhart die unter anderem von ihm fettgefütterte Spendenmuräne, die sich um die Vermögen von im Dritten Reich ermordeter Juden schlängelte, spontan harpunierte. Obwohl er inzwischen mit der absoluten Mehrheit bei seiner Wiederwahl bestraft wurde, hat er seinen Backen immer noch nicht voll bekommen. Zumal Herr Kanther, ebenso ein Held der Lüge, keine Ruhe gibt und den Prozess nochmals noch aufrollen lässt.
Jetzt hat Herr Koch wohl dummerweise die Gruppe der Freien Wähler in Hessen sehr grobschlächtig bestechen wollen. Dumm deswegen, weil er blöde genug war, sich Höchstselbst um die Erledigung dieser Pöbelarbeit zu kümmern.
Dafür gibt es doch ausreichend Schergen. Hechelnde Bücklinge, die den Seiber auffangen, der aus den großen Poren der Unterlippe tropft. Aber nein, der Roland hat sich gesagt: Fiese Sachen wie Erpressung, zukünftig geplanten Betrug am Wähler und schön auf Weltherrscher machen, das überlasse ich doch dem, der es wirklich nötig hat. Also sich selbst.
Ehrlich gesagt, liegt es wohl eher daran, dass sein Ansprechpartner ein alter Freund war, der vor mehreren Jahren von der Hessen-CDU zu den Freien Wählern gewechselt ist. Und dann geht etwas bei der Mauschelei schief und schwupps hat man den Salat. Das hätte ich Herrn Koch auch sagen können, dass man den besten Freunden von Herrn Koch nicht über den Weg trauen kann. Schließlich wird er Herr über ein ähnliches Arsenal an Kaltschnäuzigkeit, fehlgeleitetem Selbsthass und ausreichend delikaten Informationen verfügen, wie der Landesfürst. Man kennt sich, man balgt sich, man zerfetzt sich. Und bald sitzt man vielleicht wieder einträchtig zusammen. Eventuell ist in der Regierung Koch auf längere Sicht auch mal ein Ministerpöstchen drin. Auf Bundesebene wohlgemerkt. Herr Jung hat es auch geschafft. Trotz und wegen der Schweizer Goldbarren, die Herr Koch an seine Fersen getackert hatte, bevor er ihn in den Tümpel der öffentlichen Arena geschubst hatte.
Es wird auf jeden Fall wieder ein Schauspiel, auf das ich mich sehr freue. Und wenn man sich die Jugendbilder ansieht, hat man fast Verständnis. Irgendwoher muss der Zorn und der Drang, sich als Abschaum zu präsentieren halt herkommen.

mich macht der Anblich von Kochs Roland ja immer sehr glücklich. Im Gegensatz zu Dorian Gray sieht man ihm alles, was er so Übles anrichtet, auch tatsächlich an. Das empfinde ich als himmlische Gerechtigkeit, in dem Moment, wo sich mein Magen umdreht, wenn er wieder was ins Fernsehen sabbert.