Freitag, 20.10.2006
15:35 » Herkunft der Sprache
GLEICH GIBTS KASALLA!

Den Begriff "Kasalla" verwendet man in Köln und Umgebung gerne, wenn man jemandem "die Ohren lang ziehen" will oder stellvertretend für "Gleich setzts `was, Freundchen!". Es kann aber auch "Krawall" bedeuten oder ein anderes, typisch rheinisches Wort ersetzen: Wenn man mit ordentlich "Kasalla" seine Bassbox im Auto testet, dann gibt man ihr "Schmackes", dass die Rückscheibe aus der Dichtung fliegt.

Nun wollen wir natürlich keinen unserer Kunden Gewalt zufügen; für uns bedeutet "Kasalla" vielmehr: Herausforderungen annehmen und gemeinsam Lösungen finden. Auch dann, wenn die Angelegenheit aufgrund unvorhersehbarer Umstäne kompliziert oder unangenehm wird.

Übrigens gibt es zu diesem Begriff noch eine wunderbare Anekdote: Demnach geht das Wort auf die unseligen Zeiten zurück, als die Lehrer in der Schule ihre unfolgsamen Anbefohlenen noch äußerst handgreiflich auf den Pfad der Tugend zwingen konnten. Zu diesem Zweck wurden die armen Opfer oft bäuchlings über ihren Tisch gelegt, um dem Lehrer die Verabreichung der Tracht Prügel auf den Hintern zu ermöglichen. Und was sahen die bedauernswerten Delinquenten direkt vor ihrer Nase, wenn sie kopfüber unter der Tischkante hingen? Ein kleines, dreieckiges Messingschild mit der Aufschrift "Casala". Das war der Name der Firma, die über lange Jahre einer der Hauptlieferanten für Schulmöbel im Rheinland war. Das Kunstwort ist aus den Initialen des Firmenbesitzers "Carl Sasse" und der Produktionsstätte Lauenau zusammengesetzt. So haben also Generationen von Schülern ein unschuldiges Firmenlogo zum rheinischen Synonym für die Prügel oder eine Abreibung gemacht.

vom hier. dank an frau. r.

2 Kommentare

  1. Alexandra am 20.10.06 - 20:31
    (editiert: 20.10.06 - 22:31)
  2. Tod Spango am 23.10.06 - 14:49
    (editiert: 23.10.06 - 16:49)

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