Montag, 16.10.2006
09:45 » Tele-Trisomie: DasErste und DasZweite in blonder Dreitracht

noch mehr spacken als gedacht

Wenn man kühn fragt, warum das Fernsehen immer mehr verflacht, kommt man sehr schnell zu dem Schluss, dass diese Entwicklung angesichts der Restwelt zwangsläufig ist. Kann man sich im Ernst über Johannes B. Kerner, Jörg Pilawa und Reinhold Beckmann beschweren? Eigentlich nicht. Sicher, alle drei sind die Höllenwerdung des Durchschnitts. Die wirklich kleinsten gemeinsamen Nenner. Blondierte Tretmienen ohne Substanz. Sie palavern dämlich um den heißen Brei. Wöchentlich und öfter. Ihr Konzept besteht aus der Ausklammerung von allem. Es gibt nur ein Ziel: die Zeit rum bekommen, damit die nächste selbstaufgeschüttete Werbeinsel angesteuert werden kann. Die Sprache ist höflich. Sehr parataktisch, ungeniert simpel und schwammig grammatikalisch inkorrekt. Da wird nichts gesagt, aber alles verschleimt. Nichts bewertet, aber alles gelobt. Nichts dargestellt, aber alles präsentiert. Es ist richtig schlimm. Es ist fast unerträglich, die beißend unverbindlich-gezwungene Leere, dieses Nichts an Unterhaltung. Es ist genauso wichtig, festzustellen, dass diese drei Herren (sehr guter Film, übrigens) die Aushängefressen, der Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens sind. Noch wichtiger ist es, dass sie das, gemessen an Quoten und vor allem als Werbeträgerrelevanz, zu Recht sind.

Im Grunde sind sie nur drei direkte Nebenwirkungen von der Deutschen Wirklichkeit, die sich nicht mal bemüht, irgendeine Tiefe an den Tag zu legen. Ja, Sie haben leicht reden!, brüllen mich dann die gebeutelten Arbeitnehmer an, die in der Nachtschicht ihr Pausenbrot unter dem Kopfkissen suchen. Schließlich will man sich mal entspannen. Und woher die Zeit nehmen. Heutzutage. Wenn man doch Zeitfenster findet, um Depp, Spack und Kack zu schauen. Sich dieser totalen Belastung aussetzt. Warum kann man stattdessen nicht ein Buch lesen oder Musik hören oder sich mit realen Menschen unterhalten oder wenigstens etwas wirklich Entspannendes im Fernsehen schauen?

Das diskutiere ich schon seit Jahren. Und immer kommt dann dieses Argument der Entspannung; dieser so genannten Quality-Time auf dem Sofa mit Chips und Flaschenbier. Sicher, diese Zeit nimmt auch bei mit einen nicht unwesentlichen Teil meiner abgelaufenen Lebenszeit ein. Es kann aber doch keine Lösung sein, dem blonden Trio Diaboli Der Öffentlich-Rechtlichen, die Zeit in den Rachen zu schmeißen. Ich befinde mich eben nicht am Puls der Zeit. Und bin realitätsfremd. Danke dafür. Das ist mir eine Ehre.

Beschweren kann man sich nur über die, die lächelnden Lausbuben möglich machen. Die Drei können nichts dafür.


5 Kommentare

  1. DerSven am 16.10.06 - 16:12
    (editiert: 16.10.06 - 18:12)
  2. raketenprinz am 16.10.06 - 17:40
    (editiert: 16.10.06 - 19:40)
  3. Tod Spango am 17.10.06 - 17:39
    (editiert: 17.10.06 - 19:39)
  4. raketenprinz am 17.10.06 - 19:35
    (editiert: 17.10.06 - 21:35)
  5. Alexandra am 20.10.06 - 20:40
    (editiert: 20.10.06 - 22:40)

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