Freitag, 29.09.2006
11:23 » vom nutzen und spinnen des spango
die bahn streikt. das geht mich nichts an. nur kurz: alles wie gehabt.

am heutigen morgen schlenderte ich übellaunig umher. die bäume ließen ihre wipfel hängen und warfen blätter nach mir. die käse-remouladen-baguettes waren aus. den kaffee aufe hand habe ich auf den stufen sieben bis elf der gleiszugangstreppe verschüttet. neben mir schnorrte mich ein mensch um eine zigarette an, dessen geruch über das hinausging, was le fab sich olfaktorisch in pariss jemals auszumalen im stande sein wird. dabei gab es keine ausreden wie obdachlos. nene - so typ büromade. um die dreißig, kariertes hemd und graue bundfaltenhose. einfach keine lust auf körperhygiene, weil es die rechte hand (geschätzt) nicht interessiert, wie der genitalbereich und der daran angeschlossene restmensch müffelt. da bin ich nochmals vom gleis, um mir ein getränk und sauerstoffnachschub zu holen.

und werde auf den rücken geklappst. das fehlt noch. denke ich. drehe mich um und da steht der r.. den r. habe ich seit acht jahren nicht mehr gesehen. seinerzeit sind wir immer jedes wochenende mit ein paar weiteren lieben menschen in die gleiche lokalität gegangen. vorher haben wir immer eine folge "diese drombuschs" unter drogeneinfluss geschaut, um auf andere gedanken zu kommen. erinnnerungsfetzen: "sprache hat fallstricke - ludwig" / yvonnche, die als taubstumme podologin karriere macht / onkel ludwig sein karussellpferdchen / die geierwally in ihrer letzten rolle als schwarm von onkel ludwig / der chris, der erblindet / herr degen, der die vera nach israel verschleppt/

damals hatte man noch strukturen, die die wochenenden bestimmten. und viel spaß eigentlich auch. ich überlege, ob es die drombuschs auf dvd gibt und sie nochmals zu schauen. um zu überprüfen, was von dem glanz und veras weiser sprachgewalt übriggeblieben ist. so nüchtern betrachtet. zu hause werde ich zunächst mal in die musik reinhören. da gibt es einen titel, der tatsächlich ludwigs pferdchen heißt, wenn ich mich recht entsinne...

der r. arbeitet mit jugendlichen. und ist immer noch so nett wie früher. ich komme mir ganz bescheuert vor, weil ich die letzten tage meine düsteren schatten in der welt verstreue. ohne echten grund. der r. kümmert sich. und um wen kümmere ich mich? um meine synaptischen fehlschaltungen. vielleicht gebe ich ihnen namen, damit sie ein gesicht bekommen.


2 Kommentare

  1. glamourdick am 02.10.06 - 10:50
    (editiert: 02.10.06 - 12:50)

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