Donnerstag, 07.09.2006
15:55 » spango auf der straße von messina
es ist ja nicht ohne grund so, dass hier wenig geschrieben wird. es passiert halt nicht viel. im kopf schon, aber das ist nicht veröffentlichungswürdig, weil durch die linse der medikamentösen eintrübung gesehen. so die letzten funken der hoffnung. weil möglicherweise haben die gedankenfurunkel der vergangenen tage (oder sind es gar wochen?) ihre einzige daseinsberechtigung den üblichen parametern der spangonischen hirn- und seelenmasse zu verdanken.

ich mach ja fast nischte. ich schlafe, lese, schaue fern und geh arbeiten. darüber wollte ich ja lieber nischte schreiben, weil dann kommen holterdipolter wieder vorwürfe von mitkollegen, die sich das hier antun. auf der arbeit wird man ja immer falsch eingeschätzt (mindestens ein holter wert). schwankend zwischen stramm auftretendem bundesnachrichtendienstler und geistreichem stichwortgeber mit dem hang zum nihilismus. so behaupte ich in letzter zeit, dass mir eh alles egal sei. in dem moment, da ich das behaupte, stimmt es auch. angefangen bei hautirritationen (seborrhoisches ekzem addiert mit fieberbedingter hauthitzepickelchenbildung - ich bin so heiß wie ein vulkan). egal!!! karriere? egaler! anerkennung und wahrnehmung aller einen umgebenden umfelder? am egalsten! paracetamol sei dank, kann ich da nur sagen. was wäre los, würde nicht alles so schön dumpf eingesuppt. stehe ich nämlich zu hause vor dem spiegel, ist mir zum einen die äußere erscheinung nicht mehr egal, ich spule im kopf auch meinen wieder getätigten missetaten (die allesamt natürlich harmlos sind) ab. zuerst die bedenken wegen meines gesichts...wird sich das mal wieder einrenken? oder werde ich für den rest meines lebens wie ein strahlenopfer aussehen? und überhaupt, gibt es da eine zukunft? im guten? wenigstens im schlechten? kurze momente kompletter panik, die schnell versacken und mich auf die couch zurücktreiben wo ich dann weiter relativ selbstzufrieden vor mich hindämmer. ab und an einen anruf entgegennehme und ansonsten alles das anschaue, was sich in der letzten so angesammelt hat. eine der kolleginnen hält mich tatsächlich für ihre mutter und sowieso bin ich der meinung, dass ich der stabilste mitarbeiter der abteilung bin (dipolter). spätestens wenn ich mich nach draußen begebe ist mir wirklich wieder alles egal. entschuldigung, aber inwiefern sollte meine kaum sichtbare hautirritation zu einer abstufung führen? wohl zu gar keiner. so im vergleich. da kann ich mir auch meine momentan nicht existierende körperspannung leisten. so ein bisschen tünnes...außerdem will ich ja von niemandem etwas. da kann ich rumlaufen und aussehen, wie es mir passt. ich nehme nun mal meine tabletten und werde mich bemühen, meine theorie zur notwendigkeit von gesichtsfalten und dem absoluten verbot von körperfalten noch einmal zu überdenken... die wichtigste entscheidung fällt abendlich im bett. und sie ist dermaßen unerotisch, ich weiß nicht, ob ich darüber reden kann. schreiben kann ich darüber, wir kennen uns ja nicht. ich hadere abendlich im bett mit mir, ob mein kopf leicht erhöht gebettet gehört, damit das ganze gedöns abfließen kann, oder ob ich es wieder wagen kann, meinen kopf eben auf meinem nackenstützkissen zu platzieren. nicht erhöht zu schlafen bedeutet einen dicken kopf am nächsten morgen. schon klar. leicht erhöht aber auch. scylla und charybdis. beide mit mir im bett. immerhin. aber auch total egal...

My mom said that there are no monsters...not real ones...but there are ...

5 Kommentare

  1. Tod Spango am 07.09.06 - 22:21
    (editiert: 08.09.06 - 00:21)
  2. DerSven am 08.09.06 - 14:38
    (editiert: 08.09.06 - 16:38)
  3. Tod Spango am 08.09.06 - 15:38
    (editiert: 08.09.06 - 17:38)

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