das duo-tremens mit dreifachem iq in kuchenform
so auch bei der nichtsahnenden und deswegen unentwegt schwafelnden eva herman. so als symbiose aus braunscher partylaune in tiefschwarzer zeit und göringscher vorliebe für zu bunte und zu enge uniformen, plus seinem obsessiven hang zu frühkindlicher demenz. ich sehe die überschriften und sage mir: schweig stille, alter mann.
aber es gibt auch momente, da kippt man vornüber, will in den fernseher steigen und die plappernde joop-creole mit ihrem ohrbehang an einen hubschrauberrotor tackern und zu einem rundflug über die favelas von rio de janeiro einladen.
ich meine, herman und tiedjen, die talkshow, die da beginnt, wo der hirnschwund aufhört. menschen stellen ihre neuen lebensratgeber vor und zeichnen sich durch übersprungshandlungen aus, die sie als autistische soziopathen verraten. gut, das bin ich auch. allerdings hätte ich auch den mumm, den gastgeberinnen an ort und stelle den schminkmulch von den moltofillfratzen abzuspachteln und mal zu zeigen, was ewiges diäten und champagnermissbrauch aus sprecherinnenepidermissen machen. schon konkret. aber auch im übertragenen.
trio tremens
als ich vorüberschaltete, blieb ich stehen, weil ich guildo horn sah, wie er gereizt auf die fragen von trampeltante tiedjen reagierte. und ich sah herrn küppersbusch, der zwischendurch sehr skeptisch zuschaute. horn moderiert seit kurzem eine talkshow, in der er ausschließlich mit geistig behinderten parliert. und unter uns: für mich war es das erste mal, dass der blödelbarde eindruck auf mich gemacht hat. tiedjen stellte die fragen, die man von einer leicht überfressenen tante erwartet, die ihr leben mit tantratheorien und fengshui-desserts (sowie eeeevvvaaahärrrmannn) doof grinsend hinter sich bringt. die fragen kreisten darum, ob es denn nicht schwierig sei, mit solchen menschen umzugehen. solche menschen sind die behinderten. und ob man da nicht angst hätte, das etwas schief geht. ob da denn leute auch dran interessiert wären. und wenn, ob die sich dann nicht erschrecken und - mein gott - diese ganzen berührungsängste. darauf stellt herr horn mit recht fest, dass die wahren behinderten bei der stewardesse im ersten sitzen. da greift eva herman ein, weil sie (evaaaa) lässt die kollegin nicht so einfach runtermachen. und hält ein dorftrottelmonolog der der geheimen einsicht entspringt, dass frau herman weder eine konservendose selbständig öffnen, geschweige denn die kurzform ihres vornamens buchstabieren kann. othering. trisomiephobie, weil man kein intaktes chromosom besitzt. auf anraten von herrn küppersbusch erzählt herr horn, was seine schwester (die beruflich mit behinderten zu tun hat) nach der erstausstrahlung zu ihm gesagt hat. nämlich, dass der einzige, der behindert gewirkt habe, er gewesen sei.
im grunde denkt der doofe ja von demjenigen, der nicht genauso doof ist, wie er selbst, dass er behindert wäre.
letztens saß ich dort, wo ich die ehre hatte vor unzeiten mit behinderten zu arbeiten. eine behinderte stellte folgende these in den raum: wenn alle gleich wären, dann wäre ja das totale chaos. so ist es nämlich. bunte vielfalt statt blonder einfalt.

(editiert: 22.08.06 - 18:07)
(editiert: 22.08.06 - 18:42)
(editiert: 25.08.06 - 02:34)
(editiert: 25.08.06 - 18:51)