Sonntag, 06.08.2006
14:24 » betty-ford-vorgeplänkel
man sollte nicht trinken, wenn man es nicht verträgt. gestern bin ich versackt und meine laune ist noch miserabler.
zuerst die zwei flaschen wein. beide farben, weil nach der ersten gier und sucht zugeschlagen haben. da befielen mich schon die ersten bewusstseinseintrübungen. selbst die pizza konnte das nicht ändern. und weil alte, vom leben betrogene männer uneinsichtig sind, beschließen sie in ihrem alkoholisierten hochmut noch die außenwelt heimzusuchen. boooor war uns da zuerst langweilig. um halb zwei ist die gesamte innenstadt leergefegt. nur auf der bolkerstraße, die lautmalerisch ihre existenzberechtigung ankündigt, drängen sich massen von doofen in form von trash-peers in allen ausprägungen sowie jungesellen- und sellinnenabschieden. mit einem bier in der hand, das man überhaupt nicht mehr im zarten körper unterbringen kann gibt man aber nicht so einfach auf. es geht in diesen schlimmen laden, wo der dj ab einer bestimmten uhrzeit immer elvis spielt, weil er dadurch seine frisur und erscheinung zu rechtfertigen sucht. eine komische trulla glaubt mir erzählen zu müssen, dass sie karneval nicht leiden kann. gut, sie kann ich auch nicht leiden. merke ich sofort und schleiche richtung klo. auf dem weg treffe ich auf einen doofen, der mir seinen abendlichen trinkkonsum schildert, der mich so sehr interessiert wie die wöchentliche hornhautentfernung am paleo cortex von uli wickert. ich behaupte, dass ich generell nicht trinke und schwanke lallend weiter richtung bedürfnisanstalt. und genau vor dem klo steht die kleine d.. warum stehst du hier? frage ich und sie sagt, perfekt abgestimmt mit ihren begeitungen, dass hier viel platz und gute sicht auf die tanzfläche ist. obwohl es der überfüllteste und denkbar schlecht riechendste ort im ganzen laden ist. gänzlich überzeugt von soviel standhafter fehleinschätzung nehme ich herrn r. und schließe mich der gruppe an. später habe ich die kleine d. auf ihrem gepäckträger nach hause geradelt, weil ihr zustand begleitschutz erforderte. heute morgen bin ich mit dröhnendem schädel aufgewacht und die kleine d. fragt die ganze zeit dinge wie: was machst du so lange im bad? willst du einen kaffee? was machst du so lange im bad? gehst du mit bei n. frühstücken? was machst du so lange im bad? willst du nicht doch mit n. frühstücken? was machst du so lange im bad? überleg dir doch noch mal, ob du nicht mit n. frühstücken willst! was machst du so lange im bad? die kleine d. weiß genau, dass ich verkatert immer lange heißes wasser über mich rinnen lasse, um den entzug wegzuspülen. trotzdem fragt sie. und wenn es nicht die kleine d. wäre, die mich unaufhörlich beim methadonduschen stört, würde ich jetzt ausrasten. aber es ist die kleine d.. als ich fertig bin, empfängt mich die kleine d. mit einem milchkaffee und einem sprudeligen vitamindrink. und fragt: was hast du so lange im bad gemacht? willst du nicht jetzt doch mit n. frühstücken? so ist sie, die kleine d.. sie steht vor mir und hat ihren kleinen körper in einen frottebademantel gewickelt. weil sie den passenden gürtel nicht gefunden hat, wird er von einem riesigen ledergürtel in form gehalten. ich nippe am kaffee. und die kleine d. fragt: was ist jetzt? fährst du jetzt wirklich nach hause oder frühstückst du doch noch mit n.? und sie schließt wie immer ab mit: du hast bestimmt wieder eine überschwemmung angerichtet, weil du so lange geduscht hast! kurz darauf drücke ich die kleine d. und fahre nach hause. hier frühstücke ich alleine. ungefragt und schweigend.

3 Kommentare

  1. glamourdick am 07.08.06 - 08:35
    (editiert: 07.08.06 - 10:35)
  2. Tod Spango am 07.08.06 - 10:57
    (editiert: 07.08.06 - 12:57)
  3. Alexandra am 11.08.06 - 19:23
    (editiert: 11.08.06 - 21:23)

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