ich schreibe hier kaum, weil ich entweder dummbratzenzeug schaue oder in unklimatisierten bahnen oder biergärten sitze. in der tat, die biergärten sind ein notwendiger ausgleich. und peng! ist schon wieder ein tag rum.
eigentlich wollte ich den dritten teil meine reharetrospektive schreiben. aber dazu fehlt es an zeit. außerdem wurde von mehreren seiten der inhalt als zu schockierend angesehen. das ist mir vergleichsweise egal. aber nachgedacht habe ich trotzdem darüber. in einer stillen minute in einer unklimatisierten bahn. und bin zu folgendem ergebnis gekommen: reaktionen werden grundsätzlich als positive regungen vermerkt.
wenigstens gibt es folgend eine launige biergartengeschichte. luftig. und ein wenig neurotisch. spango beobachtet. beobachtet frau a. und herrn g.. mit beiden pflegt spango eine freundschaft. da wird kommunikation groß geschrieben. frau a. ist und isst nicht vernünftig. sie isst den ganzen tag gar nichts, obwohl sie den ganzen tag ist, sie selbst (das ist der punkt), und nächtens schiebt sich irgendeinen müll rein. dann ist ihr schlecht. gott sei dank reagiert sie nicht mit dem auswurf der ladung. das fehlt ja noch! auch in der heiteren dreierrunde deutet sie einen gewissen appetit an. dass sie zu gerne einen salat essen möchte. und wer sich den denn nun mit ihr teilen will. herr g. und spango sind nicht hungrig und lehnen ab.
dann behauptet frau a., dass sie nun einen salat alleine essen will, vorausgesetzt jemand geht ihn mit ihr bestellen (esswerk muss in diesem biergarten gesondert an einer etwa dreizig meter entfernten theke geordert werden). spango, ganz streetworker, sagt schließlich zu, damit das jammern ein ende hat. dann fordert frau a. ihn auf, doch alleine ihren salat zu bestellen, weil wenn er eh mit ihr gehen wollen würde, könnte spango ebensogut alleine gehen. wie gesagt, um ihren salat zu bestellen. so geht es nicht! spango spielt gerne den begleiter/betreuer. aber niemals darf man während der einzelbetreuung die schutzbefohlene aus den augen lassen. das wäre ja so, als würde der matheleherer die binomischen formeln für den schüler lösen. wo bleibt denn da der lerneffekt? dann schmollte frau a. ein wenig. auch das normales procedere eines wiederkehrenden rituals.
dann wird von herrn g. eine schüssel pommes gesichtet. im biergarten gibt es nämlich pommes ausschließlich in schüsseln. quasi für den großen hunger. bei bedarf wird die schüssel mit mayo und ketchup geflutet. die umsuppen dann die fettige fracht. spango sagt irgendwas wie: ja, ach sieh mal einer an: pommes in schüsseln! zur zeit ist es ein großer spass mit mir zeit zu verbringen. denn ich bin so fertig, dass ich einfachste geschehnisse ungefragt eindimensional beschreibend kommentiere. frau a. erinnert mich daraufhin: weißte noch? die haben wir uns auch mal geteilt. ich nicke dumpf. herr g. ist bereit, das vergangene zu bezeugen. dann entfährt frau a.: und wer holt uns jetzt die pommes? spango, ganz herr der lage, reagiert: keiner, außer dir, will pommes essen. frau a. bezichtigt spango der lüge und leitet her, dass sowohl herr g. über seine pommesbekanntmachung als auch spango über sein leichtfertiges nicken einen essenspakt mit ihr eingegangen wären. wobei herr g. über seine zeugenaussage diesen eindruck bei frau a. noch untermauert hätte.
es folgt allerhand geschmolle und gelächter (mit frau a. - man ist schließlich kein unmensch). ich lausche dem ritual; nach einiger zeit nicht mehr aufmerksam. zum einen kenne ich den verlauf zu genüge, zum anderen wird im hinter mir gelegenen weiher von einem trupp der dlrg versucht, die wasserfontäne wieder zu aktivieren. dazu latschen männer mit neoprenanzügen durch das brusttiefe wasser (merke: für die dlrg besitzen selbst pfützen das gedachte gefahrenpotential einer stromschnelle). einer von ihnen (taucherführer), mit schnorres und bierwampe, schnorchelt dünstig durch die fluten. nach etwa einer halben stunde und vielen tauchgängen passiert nichts. die fontäne schweigt immer noch zu dem treiben.
frau a. echauffiert sich nur noch kleinlaut über die entgangene pommes. als der tauchführer, eingehakt in ein seil, von einem kleinen motorboot an land geschleppt wird, beendet frau a. die darlegung ihrer falschen wahrnehmung.
wieder zeigt sich, dass dem ersten anschein nach gewisse ereignisse und bemühungen keinen sinn ergeben, die sich dann in ihrer rotation als sinnnstiftend in der realität bewähren.

(editiert: 28.07.06 - 18:58)