Dienstag, 27.06.2006
19:21 » Die Welt zu Gast beim Bundesgrenzschutz
Parallel zur Endphase der FIFA-WM 2006 wird vom 1. bis zum 8. Juli in Berlin-Kreuzberg ein internationales Fußballturnier der bescheideneren - und sicherlich sinnvolleren Art - stattfinden: das „streetfootballworld festival 06“. Als Spielort fungiert ein eigens erbautes, mehr als 2000 ZuschauerInnen Platz bietendes Bolzplatz-Stadion.
Die cirka 200 Spieler entstammen laut Darstellung des die Veranstaltung organisierenden Straßenfußball-Netzwerks streetfootballworld, das immerhin den Bundes-Klinsi als Botschafter gewinnen konnte, "sozialen Projekten, die den Fußball einsetzen als Weg zu Frieden und Gewaltverzicht, als Mittel gegen Drogen, Armut oder Aids."
Aus Sicht des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Grund genug, das Projekt zu unterstützen.
Die BRD-Vertretungen in Accra und Lagos hingegen sahen Gefahr im Verzug. Visa für afrikanische Straßenkinder? Ein Blick in den aktuellen SPIEGEL reicht aus, um zu wissen, dass es sich hier ein paar Armutsflüchtlinge allzu einfach machen wollen.
So schieden mit dem ghanaischen Team >>Play Soccer<<, dessen Einladung zum Turnier unverdrossen auf einer Homepage der Deutschen Botschaft in Accra beworben wird, und der nigerianischen Mannschaft >>Search & Groom<< zwei heiße Titelanwärter schon vor Turnierbeginn aus. Mensch, so einfach wäre es also für das Auswärtige Amt gewesen, Deutschland zum >>richtigen<< Fußball-Weltmeister zu machen...

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