Dienstag, 27.06.2006
17:50 » Burenblatt
eigentlich - und das meine ich ganz im ernst - könnte man hier ein spielgelblog aufmachen. gibt´s das schon? zeit wäre es. herr rowohlt hat letztens bemerkt: "das war vor dem aust. da konnte man den spiegel noch lesen". unter aust ist das magazin zu einem konservativen grützebeutel geworden. es juckt und man will es sich beim dermatologen wegschneiden lassen. der dermatologe weicht aber zurück. weil, wie heißt es so schön: "Herr Schneider, Sie haben psychische Probleme, Sie stinken wie ein Schwein!" der spiegel stinkt wie ein schwein. heißt nur nicht schneider. vielmehr: aust. meinetwegen auch brinkbäumer. der herr brinkbäumer. den mag der herr aust. dem gibt er gerne eine vorabdruckplattform für sein gleißend schlechtes büchlein über armut in der welt.

den vorabdruck habe ich nicht gelesen. da könnte ich mir ja gleich das zwölffingerdarmgeschwür von rainer brüderle als welterklärer andrehen lassen. da reicht schon die spiegel´sche hausmitteilung. diese erklärt wie beschwerlich die recherche für dieses buch war. tour de force quasi. gelackte cortadotrinker in der dritten welt. brinkbäumer "musste (...) unterwegs manche eigenart der afrikaner" ertragen. so "riss ein voodoo-meister in seiner gegenwart den kopf eines hahns ab" und baute trunkhäser daraus einen "glücksbringer für den weg nach europa".
sowas! ein dahergelaufener hugga-hugga-bimbo schenkt dem schweinepriester einfach etwas. von einem tier. das sogar mal lebendig war. unfassbar! da haben die schon nix zu essen und opfern ihr täglich broiler dem reichen weißen hans-otto. damit nicht genug: denn "es gab gefährliche augenblicke". nachdem ein paar weitere bimbos die herrschaftliche limo (schön mit klima) der springerburen "aus einer kuhle gehoben hatten" - und jetzt mal gut festhalten und nicht verschlucken - "forderten 60 junge männer sehr nachdrücklich viel geld". sie lesen richtig: sehr nachdrücklich und viel geld. als wäre nachdrücklich und geld nicht schon unverschämt genug. was fällt denen ein? laufen überall durch das ausland, diese schwarzen gestalten, und wollen neben der entwicklungshilfe auch noch anderweitig vom zivilisierten westen gesponsert werden.
luxus wohin das auge schaut! es ist doch so, wie es herr brunzbrenner fazitiert: "menschen flüchten vor kriegen und hungersnöten, oft aber ist es nur der traum von einem besseren leben". erst der traum, dann der krieg und dannundwann der hunger. fast wie auf der kö! aus eben diesem grunde nennt herr bratzenhauser sein buch auch "der traum vom leben". wir träumen derweil von kompetentem journalismus. vorher aber erst mal ein paar chicken mcnuggets. gewonnen durch nie lebendig gewesenes federvieh. weil das bringt unglück und heizt den übermut der filialmitarbeiter nicht an, die sich ihren traum erfüllen konnten. (quelle: weltammontag f.k.a. spiegel)

2 Kommentare

  1. glamourdick am 28.06.06 - 07:01
    (editiert: 28.06.06 - 09:01)
  2. Tod Spango am 28.06.06 - 14:15
    (editiert: 28.06.06 - 16:15)

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