gerade erbrach sich der himmel über der stadt.
wenn du mit spango eine reise tust... vertraue ihm niemals. auf allen ebenen ist ihm der orientierungssinn flöten gegangen. müßig zu erwähnen, dass er diesen mit allen ihm bereitstehenden mitteln verteidigt. bloß nicht drauf reinfallen. so kommt man nie an...
auch herr r. ist wieder einmal in diese falle getappt. obwohl er spango seit über fünfzehn jahren gut kennt. das war so: herr r. und spango trafen sich am krefelder hbf. weil das ist zentral und von da aus kommt man überall hin. herr r. und spango wollten ihre persönlichen seelsorger besuchen, die eine festivität veranstalteten. da war die vorfreude groß, denn wir leben in zeiten, da sieht man sich kaum noch.
spango war eh wenig zurechnungsfähig. er ist mit dem zug von kölle nach krefeld durchgefahren. da kommt einem die eine oder andere hirnzelle abhanden, weil die aufgrund des umfelds die flucht ergreift. das ist immer so: je weniger im kopp desto mehr selbstbewusstsein. weil der zweifel entsteigt der intelligenz. also sagte spango zu herrn r.:
ich weiß, welche linie (straßenbahn) wir nehmen müssen - vertrau mir...
so stiegen sie in die linie 41. in dem gefährt suchte spango nach einer linienübersichtskarte. die fand er und sogleich heraus, dass sie in der einzigen linie rumlungerten, die nicht das gewünschte ziel hatte. also raus aus der bahn. da sagt herr r.: komm, lass uns doch ein taxi nehmen..., aber wo kommen wir hin, wenn wir nicht mehr unseren freunden vertrauen können? so bestand ich darauf: du kannst mir vertrauen! das sind von hier nur ein paar stationen, ich war hier doch schon so oft...herr r. war zwar nicht überzeugt, ist aber schnell eingeknickt. selbstredend bejahte ich den ankauf einer fahrkarte der kurzstrecke. weil kurz ist relativ. nur bei der bahn nicht. da ist kurz gleichbedeutend mit drei stationen. nach fünf stationen stiegen wir dann doch lieber aus. nachdem mir alles so vertraut vorkam, sah plötzlich alles gleich aus, um sich dann in zwielichtige fremdheit zu hüllen.
dann haben wir schön ein taxi genommen. und sind quer durch die ganze stadt gefahren. war wohl doch die falsche himmelsrichtung. wer weiß, wer da schon wieder an den kontinentalplatten rumgespielt hat. denn ich fühle mich auch in diesem moment, da ich das hier schreibe, in meiner überzeugung ungebeugt.
nach der taxifahrt entstiegen wir dem gefährt und fanden uns schnell vor dem wohnhaus der partybetreiber wieder. doch es war jämmerlich still. wir schauten uns an. und uns wurde klar, dass wir ein detail vergessen hatten: in der einladung wurde der standort der festivität genannt und dieser war nicht mit dem privatdomizil identisch.
was nun? es ist ja so: wenn verwirrung und unnütze anforderungen des umfelds das leben bestimmen, versteht man sich gut. da kann man sagen: kennste doch... weisste eh... und man kann mit den worten schließen: aber wem erzähl ich das... bedeutet herr r. und spango nennen ein gewisse verpeiltheit ihr eigen. wenngleich sich diese bei herr r. in unerklärbarer, scheinbarer gelassenheit äußert und sie bei spango durch eruptive hysterie an die oberfläche donnert. zumindest würde ich uns beide nicht als dreamteam für ausflüge in den peruanischen dschungel buchen. es sei denn, man ist aus überzeugung suizidal.
wir standen starr vor entsetzen vor dem haus. erste vorhänge wurden an die seite gedäut, um sich die fremden anzugucken, die relativ dämlich herumstanden. einen schimmer von wahnsinn in den augen. da musste ich die betageuze anrufen, damit sie in meinem mailaccount nachblättert und die nachbarn nicht den kammerjäger verständigen. sie hat schnell das pdf entziffert (popeldose saved the day) und uns den standort durchgegeben.
uns haben dann noch ein paar menschen mit migrationshintergrund den weg erklärt und als wir kurz vor dem ziel waren, wer fährt da an uns vorbei? die scheiß linie 41.

(editiert: 26.06.06 - 15:34)
(editiert: 26.06.06 - 17:30)
(editiert: 04.07.06 - 11:41)
(editiert: 04.07.06 - 13:00)