Mittwoch, 21.06.2006
15:50 » Was macht eigentlich...?
... David Hasselhoff!



Mhhhh! So schöne Brusthaare! Lecker!



Wo waren wir? Ach so! Hasselhoff! Was der heute so macht! Interssiert ja eigentlich auch kein Schwein. Mit welcher Hingabe auf der Promo-Webpage einer drittklassigen Casting-Schranzen-ABM propagandistische Unwahrheiten über die Deutschen verbreitet werden, ist dann aber schon enorm.

Aber der Reihe nach: Vielleicht können sich einige ja noch an diese Platte hier erinnern:



1989 ließ Jack White mal wieder ein lange hinter Gittern gehaltenes Prachtexemplar seiner Pudel-Plantage in Oberursel aufs Volk los. Tony Marschall hatte sich ausgeheyaheyt. Es musste mal was Neues her, was Innovatives, was Bahnbrechendes. Nichts leichter als das, dachte sich der als Horst Nussbaum geborene Terror-Musikant und zerrte David Hasselhoff im Frühjahr nämlichen Jahres in eine "Wetten, dass...?"-Show. Die Deutschen mochten den schneidigen Pelzträger ohnehin. Besonders die Männer. Hielt Hasselhoff doch in ihnen den steten Glauben daran aufrecht, ihr Auto möge dereinst zu ihnen sprechen. So lange der aufpolierte Bolide stumm blieb, musste sein TV-Herrchen das Maul aufreißen. Und das in Töne gehämmerte Bierzelt-Ejakulat schaffte es tatsächlich bis auf Platz Eins der westdeutschen Charts.

Kinder, die zu diesen Klängen gezeugt wurden, sind mittlerweile geschlechtsreif und suchen verzweifelt nach einem Ausbildungsplatz. So lange ist das jetzt schon her. Auch in Deutschland geriet der Song mit Recht in Vergessenheit. Wer an die 80er denkt, hat Nena, Spandau Ballet oder Tainted Love auf der Pfanne. "Looking for Freedom" findet nur noch bei abgehalfterten Wunschkonzerten von imtaktklatschbegeisterten Volksempfänger-Besitzern statt. Hasselhoff hat bis heute nicht vergessen, wie er das deutsche Volk genesen lassen haben soll. Er habe dafür gesorgt, dass die Mauer gefallen sei, verkündete er stolz in irgendeiner Retro-Show. Gut, für den Sturz der Mauer fühlen sich ja mehrere verantwortlich. Ronald Reagan, Udo Lindenberg, Katja Ebstein, diverse Kirchengänger aus Leipzig... Vor allem aber in seiner Heimat schaffte es Hasselhoff das selbst erdachte Image vom heilsbringenden Friedensbarden zu einer Tatsache zu verdichten.

Ab heute sitzt Hasselhoff in der Jury einer weiteren Mach-Dich-zum-Arsch-und werd-Nummer-Eins-Variante. Produziert wird das Bodensatz-Panoptikum von American-Idol-Juror Simon Cowell. Auf der sendungsbegleitenden Homepage von nbc werden auch die einzelnen Mitarbeiter vorgestellt. Und unter dem Eintrag Hasselhoff findet sich folgende Kurz-Bio-Anekdote:

Hasselhoff's musical career took off in the late 1980s after he recorded the album "Looking for Freedom" at the end of the Cold War. The song became an anthem for the newly united German people and remained at the top of their charts for eight weeks. The album went triple platinum in Europe and Hasselhoff was named "Most Popular and Bestselling Artist of the Year" in Germany. Additionally, he has released six other albums in Europe, which have all gone platinum and gold.

Ist das der Versuch, argumentativ belegen zu wollen, Deutschland sei nach 1945 nicht nach dem Marshall-, sondern nach dem Morgenthau-Plan wieder aufgebaut worden? Das ist doch alles billigste Lüge und Tatsachenverdreherei! Die Wahrheit ist nämlich, dass Hasselhoff sogar geschlagene neun(!) Wochen auf der Polo Position saß.


2 Kommentare

  1. Dr. B am 21.06.06 - 20:40
    (editiert: 21.06.06 - 22:40)
  2. Tod Spango am 22.06.06 - 00:26
    (editiert: 22.06.06 - 02:26)

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