Fünfzehn Stunden später war es geschafft. Müde fiel er in sein Bett. Auf die Matratze die millimetergenau zwischen die randvoll gefüllten Behältnisse gequetscht worden war. Der Schlaf tat seine Wirkung, obwohl er nur unwesentlich länger war als sonst.
Drei Stunden Schlaf waren das Maximum. Schließlich gab es genug zu tun. Alles will sortiert sein. Beim Aufstehen stieß er versehentlich gegen einen Turm genauestens gefalteter Werbeprospekte. Sie hatten bisher nur eine ungenügende Ordnung. Der Feinschliff fehlte. Wurde nie vollends erreicht.
Unachtsamkeit machte ihn zornig. Wäre seine Zehe nicht gegen den Karton geeckt, als er sich gedankenlos gereckt hatte, hätte er vielleicht das erste Mal in den letzten neun Jahren seinen Tagesplan erfüllen können. Daran war nun nicht mehr zu denken. Er erhob sich. Vorsichtig. Ganz vorsichtig. Erst einmal die Orientierung finden. Sich langsam auf die geschaffene Umgebung einlassen. Ein Kaffee wäre schön. Doch die Maschine diente als Beschwerung der gefalteten Tetrapacks. Er hatte es geschafft sie auszuspülen. Dann waren ihm die Knöpfe dazwischen gekommen. Einmal aus der Struktur und der Tag ist verloren. Der grobe Plan musste erfüllt werden. Vielleicht war es auch an der Zeit, sich einen neuen zu suchen, um dem nötigen Schlaf nachzukommen. So ging es nicht weiter. Der Körper verhinderte die planmäßige Perfektion. Norbert wusste, dass er ihn brauchte, geriet aber in eine gewisse Wallung, stand er ihm im Weg. Vielleicht wäre eine Art Fessel die Lösung. Er ließ es sich durch den Kopf gehen. Nicht lange. Nur ganz kurz. Denn auch hierfür war jetzt keine Zeit. Gedanken müssen aufgeschoben werden. Verpackt in eine Ecke des Kopfes, abgelegen, aber nicht so unauffindbar, dass man sie entrümpeln muss. Das wäre wieder enorm zeitaufwändig und würde sein Motto pervertieren. Der klare Kopf ließ ihn seine Struktur halten. Der war nicht geeignet, ins Chaos abzugleiten.

(editiert: 10.06.06 - 13:28)
(editiert: 10.06.06 - 17:26)