Mittwoch, 07.06.2006
23:13 » entrée

ICH WILL KEINE ANGST HABEN. ICH FÜRCHTE MICH VOR VIELEM: ANGST HABE ICH VOR ALLEM. So notierte er sich seine zentralen Gedanken, oder sollte man sagen Gefühle? Das ist aber schon eine ganze Weile her. Er glaubt sich in Sicherheit. Ob zu Recht? Wer kann das wirklich beurteilen?
Norbert war sich sicher, dass etwas nicht stimmte. Der kurzen, spontanen Entspannung war eine plötzliche Verkrampfung gefolgt. Er war sicher: Spontaneität bedeutet Zerstörung. Entspannung stellte eine ungewollte emotionale Wallung dar. Fehlende Kontrolle. Beides sollte diesen Tag vernichten. Soviel war schon einmal klar. Ignoranz verschwand mit dem ersten Funken seiner Wirklichkeit.
Wie er jetzt da so da liegt. Merkwürdig verkrümmt, um alles besorgt, nur nicht um seine Person. Man könnte meinen, er sei verrückt. Könnte annehmen, er hätte die rechte Balance verloren. Hätte sie schlicht nicht mehr alles beisammen. Stimmt alles. Ist auch alles falsch, besser: nicht richtig. Menschen verändern sich oft, ohne es zu wollen. Dann sind sie von irgend etwas oder irgend jemandem manipuliert. Nur ganz selten passiert es, dass sich jemand eine Veränderung vornimmt. Ob es nun freiwillig passiert, oder ihm nicht anderes übrig bleibt, das spielt keine Rolle. Denn es bleibt einem immer etwas übrig. Etwas anderes. Dass Norbert eine Veränderung wollte, trifft den Punkt. Dass er sie alleine, ohne fremde Hilfe, zustande brachte, dass steht fest. Felsenfest, so fest, wie sich Norbert wünschte, alles zu erreichen, was er sich vornahm. Seit nunmehr achteinhalb Jahren.
Wahrscheinlich waren die Eierkartons aus der Ordnung geraten. Er sagte sich, das es nichts ausmachen würde, wusste aber, dass momentan nichts anderes von Belang war.

2 Kommentare

  1. Genosse am 08.06.06 - 12:37
    (editiert: 08.06.06 - 14:37)
  2. Tod Spango am 10.06.06 - 15:54
    (editiert: 10.06.06 - 17:54)

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