eigentlich bin ich geneigt, mal wieder einen text zu verfassen, der nicht nur meine kleine realität beleuchtet. später wird das auch der fall sein. ich muss mich nur noch etwas sammeln.
ich bin heute sehr früh aufgestanden. irrte schlaftrunken auf dem d´dorfer hbf herum, weil ich so meine schwierigkeiten hatte, meine monatskarte zu aktualisieren (kilometerlange schlangen vor den schaltern, weigerung der mehrzahl der automaten, spangonische währung anzunehmen). irgendwann war es dann geschafft.
ein gar kalter wind wehte auf dem gleis. oftmals weine ich dann. nur links. medizinisch bisher nicht gänzlich geklärt, handelt es sich dabei um keine sentimentalität meinerseits. wer mich kennt, weiß, dass man mich mitunter emotional nicht zu unrecht die sphinx nennt. vielmehr läuft da etwas falsch, im grauen gewebegewirr meines schädelinneren. das ist nicht weiter schlimm. nur neugierige passanten schlendern interessiert an mir vorbei. wundernd, was den diesem mensch gerade widerfahren ist, dass er sich so öffentlich zu wort meldet. ungeniert seinen emotionalen regungen nachgibt. aus diesem grunde stören mich diese blicke nicht. es sei denn, ich bin wieder mal hochgradig sensibel und vermute eine
fremdeweltenverschwörung.
dementsprechend war es mir eben relativ egal, dass ich mehrfach den eindruck gewinnen konnte, ich hätte die ausstrahlung eines enorm verhaltensauffälligen menschen. bis ich vor etwa einer stunde merkte, dass der reißverschluss meiner hose aufgrund seiner einladenden form weitreichende einblicke in meinen unterwäschegeschmack zuließ.
was sind schon ein paar kullernde tränen gegen konservativ gestreifte boxershorts?