Als ich soeben nichtsahnend von >>Family Guy<< auf das >>ARD-Nachtmagazin<< hinüberzappte, sprang mich das nackte Grauen in Gestalt einer Visage an, deren Anblick ich normalerweise tunlichst zu entgehen trachte.
So war aus Washington Deutschlands nach eigenem Dafürhalten wichtigste Frau zugeschaltet - nein, nicht etwa Angela Merkel, die gestern George W. Bush in knallharten Verhandlungen die Zusage abrang, sie am 14. Juli in ihrem Wahlkreis Stralsund zu besuchen, sondern Christiane Sabinsen, die den US-Präsidenten im Anschluss daran für ihre allwöchentliche Polit-Freak-Show interviewen durfte.
Sichtlich stolz ob diesen ihrer weltpolitischen Bedeutung endlich vollauf gerecht werdenden Mediencoups gab Sabinsen einige der hierbei abgeschöpften Exklusivinformationen preis. Nein, der US-Präsident habe keineswegs den Eindruck eines in die Ecke gedrängten Wüterichs gemacht, sich stattdessen offen und freimütig auch unbequemsten Fragen gestellt.
Wow, wer hätte für möglich gehalten, dass Sabinsens investigative Interviewtechnik George Dubbelju nicht in Ehrfurcht versinken ließ?! Wo selbst die hochbrisante Iran-Krise nicht ausgespart blieb! Wie er sich denn diesbezüglich konkret geäußert habe? Nun ja, äääh...der Iran solle sich...äääh...vorsehen. Die Fußball-WM sei aber jedenfalls nicht gefährdet, das US-Team werde bei entsprechendem Turnierverlauf gegen die iranische Mannschaft antreten. God bless you, Sabinsen, die Welt kann wieder ruhig schlafen!
Den Rest der Chose gibt es dann Sonntag zu bestaunen, und am Montag werde ich mir eine >>BamS<< aus dem Altpapiercontainer klauben, denn nach dem journalistischen Fräuleinwunder durfte auch noch Kai Diekmann Bush in die Mangel nehmen. Yeah, es riecht verdammt nach Pulitzer...

(editiert: 06.05.06 - 10:57)
(editiert: 10.05.06 - 03:10)