
Sind ja schließlich zwei Jobs frei geworden...
Mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift mit dem Stern...
Zur Person: Susanne Osthoff, geboren 1958 im oberbayerischen Ratzensims-Hintertux, hat lange Zeit gegraben, bevor sie im November 2005 von zwei zuvorkommenden Jeep-Piloten in den Norden des Irak gebracht wurde. Dort befreite sie ein Undercover-Einsatz-Kommando der GSG9 unter Leitung von Manfred Lehmann (Die Stimme macht da ja so viel!) gegen ihren ausdrücklichen Willen. Nachdem sie drei Wochen in Deutschland festgehalten wurde, machte sie vor allem durch ein Interview auf sich aufmerksam, bei dem sie durch eine subtile Verhüllungsprozedur gegen die obrigkeitshörige Gesprächsführung von Marietta Slomka protestierte. Susanne Osthoff soll, laut eigener Aussage, eine Tochter haben, deren derzeitiger Aufenthaltsort ist ihr allerdings entfallen.
Frau Osthoff, hatten Sie in den vergangenen Monaten Kontakt zu den beiden Leipziger Geiseln?
Osthoff: Nein, wieso? Sollten die mir Geld bringen?
Nein, zumindest nicht nach meinem Kenntnisstand.
Osthoff: Seit Monaten warte ich auf Geld und keiner gibt mir was.
Welche Projekte verwirklichen Sie denn mit den Hilfsgeldern?
Osthoff: Also in erster Linie ermögliche ich mir dadurch Freiraum, nicht nur finanziell, sondern überhaupt. Diese Schweizer Internate sind teuer.
Sie wollen damit sagen, Ihre Tochter geht auf ein Internat?
Osthoff: Wenn Sie das sagen! Ich überweise auf jeden Fall Geld an ein Schweizer Internat. Irgendwer wird dafür schon dort wohnen. Vielleicht ist es meine Tochter. Haben Sie die vielleicht in letzter Zeit mal gesehen?
Nein, bedaure. Wann hatten Sie denn insgesamt das letzte Mal Kontakt zu Ihrer Familie in Deutschland?
Osthoff: Als die Geld von mir wollten. Die meinten, die Kiste mit Beckmann hätte was abgeworfen. Davon konnte ich mir allerdings gerade mal den Rückflug in den Irak leisten.
Warum Sind Sie eigentlich nach Ihrer Freilassung in den Irak zurückgekehrt?
Osthoff: Naja, der Steinmeier meinte, er hätte keine Verwendung mehr für mich. Und Kerner wollte mich nicht mehr. Ich sei verbrannt. Keine Ahnung, wie er das gemeint hat. Auf jeden Fall wollte ich zurück zu diesen beiden Männern. Die hatten eine Energie - wenn Sie verstehen, was ich meine.
Nein, klären Sie mich auf!
Osthoff: Na, wir hatten einfach Spaß. Die konnten aus meinen Kleidern so lustige Knebel formen.
Sie wollen etwa sagen, Sie wurden vergewaltigt?
Osthoff: Nein, so nennt man das nicht, wenn man dafür Geld bekommt. Aber das eigentliche Wort fällt mir gerade nicht ein. Mein Deutsch ist schlecht geworden, seit ich so oft im Irak bin.
Das Gespräch führte Peter Hahne
