Donnerstag, 30.03.2006
18:36 » Verstrahlte Schlüsselkinder
Recht bald nach Günther Oettingers Wahltriumph über "Orgasmute" Vogt ist MitarbeiterInnen des baden-württembergischen Kernkraftwerkes Philippsburg ein kleines Malheur unterlaufen. So sind diverse Schlüssel verschwunden, die Zugang zu sicherheitsrelevanten Bereichen ermöglichen. Ja, es ist schon ein Kreuz mit der ewigen Schlüsselsuche. Auch ich habe diesbezüglich einige Erfahrungen sammeln müssen, wobei es jedoch schwierig genug war, überhaupt in den Besitz meines ersten >>richtigen<< Schlüssels zu gelangen. Meine Eltern hielten mich nämlich für ein akutes Sicherheitsrisiko und verweigerten mir über Jahre hinweg die Wohnungsschlüsselherausgabe. Hartnäckige Nachfragen meinerseits nach den Gründen hierfür wurden gewöhnlich mit einem knappen "Weil Du ein alter Latschfritze bist" gekontert. Irgendwann erhielt ich dann doch noch im Zuge eines feierlichen Initiationsritus´das glänzende Objekt meiner Begierde - um es eine Woche später auf irgendeinem matschigen Bolzplatz zu verlieren. Mein überall und ganz besonders in meinem Freundes- und Bekanntenkreis kriminelle Umtriebe witternder Bullenvater ließ sofort das Schloss auswechseln. Es dauerte etwa ein Jahr, bis ich einen eigenen Schlüssel ausgehändigt bekam, den ich natürlich wieder umgehend verlor. Das nach erneutem Schlosswechsel tagende Familientribunal entschied wider Erwarten nicht, mich mit einem weiteren schlüssellosen Jahr zu bestrafen. Stattdessen wurde ich dazu verdonnert, den Schlüssel außerhalb der eigenen Wohnung permanent an einem zusammengebundenen Schnürsenkel um den Hals zu tragen. Meinen krampfhaften Bemühungen, einen Hauch von Coolness zu verströmen, war hiermit selbstredend auf Jahre hinweg jegliche Grundlage entzogen. Nach einiger Zeit durfte ich dann endlich auf einen Karabinerhaken ausweichen. Um mein Erscheinen nicht gleich einer beglockten Kuh auf hunderte Meter anzukündigen, verstaute ich den dergestalt gesicherten Schlüssel in einer Hosentasche - woran sich bis heute nichts geändert hat. Zugegeben, souverän sieht anders aus, aber immerhin habe ich meinen Schlüssel seit diesen Tagen nur noch ein Mal verloren (samt Hose). Ich kann daher Tanja Gönner, der Umweltministerin des Landes Baden-Württemberg, nur empfehlen, alle Latschfritzen des Kernkraftwerkes Philippsburg mit Schnürsenkeln und Karabinerhaken auszustatten. SAFETY FIRST!!!

2 Kommentare

  1. Tod Spango am 31.03.06 - 01:25

    Ich war ja immer schon extrem schlüsselphobisch und musste schon Einbrüche veranlassen, um pünktlich zu Hochzeiten zu gelangen. :)
    Atomkraftwerke sind so sicher, da müssen keine Menschen anwesend sein.

  2. diemama am 01.04.06 - 18:28
    (editiert: 01.04.06 - 19:25)

    das erklärt so einiges, aber was zum teufel ist dir durch unschuldige wasserhähne zugefügt worden...?


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