Dienstag, 13.07.2010
anlässlich des neuen albums, das video, das den weg weist...
das ziel für die baldige zukunft - ganzheitlich nutzlos sein und keine schalter betätigen.
Montag, 28.06.2010
DIVINE COMEDY I LIKE
Donnerstag, 20.05.2010
Gegen viele Wiedergeborene sehen Nachgeburten wie das Original aus. Bin von der Sonne etwas gaga, glaube ich… Warum wohne ich eigentlich nicht am Meer? Am Meer ohne Menschen. Nur ich mit mir… Es wird Tote geben… Es sei denn, man verhindert die Konflikte, indem man ständig Bücher und dergleichen liest (. So wie man spricht ist man schließlich auch. So ist das. Die Sprache sagt mehr als tausend Augen. Was nichts daran ändert, dass man die Augen grundsätzlich ernster nimmt. Also ich. Dabei lügen die doch eh immer. Bzw. erkennen, was der Inhaber will. Egal was gesagt wird. Da hört man eben nicht hin – glaubt sich verhört zu haben und dreht es einfach um, indem man Blicke so deutet, wie es der eigene Bauch will. Das einzige, was bei mir funktioniert ist eh der Bauch. Hirn, Herz – alles Kokolores. Sehr eingeschränkt verfügbar. Bauch – keine schlechte Muschel macht den so schnell platt. Hirn zu langsam, Herz zu schnell – Bauch auf jeden Fall immer perfekte Geschwindigkeit. Nur eben auch ein schlimmer Vorgaukeler in eigener Sache. Erkennt, was der Rest sich einbildet zu wollen. Meine Augen sind etwas zu klein geratene hysterische Kugeln. Sollte auch der Kopf zäh in seinem eigenen Sud schlummern, die Augen flitzen durch die Gegend. Vielleicht mühen sie sich auch nur so ab, weil sie eigentlich etwas langweilig aussehen. Was weiß ich denn? Die machen eh, was sie wollen. Niemand gehorcht in diesen Zeiten des Chaos, den Jahren der emotionalen Plünderungen….dramatische Formulierungen gefallen mir. Wobei so komplett geplünderte Menschen ja auch nicht mehr viel zu verlieren haben. Alles ausgeräumt. Schön durchwischen und eine neue Einrichtung besorgen. Aber bitte erst dann, wenn kein altbekanntes Plünderteam mehr an die Tür klopft. Die bitte erst umbringen. Oder ausschalten. Mit nem Anwalt. Oder dunkler Materie aus deren Vergangenheit. Wozu hat man denn alles mitbekommen, wenn man nicht auch mal das eine oder andere Atombömbchen zündet? Nachher gehen die noch in den geplünderten Räumen hoch, in denen sie vielleicht heimlich versteckt wurden. Ohh mein Gott!!! Glaube gerade hier jemanden gesehen zu haben, den ich kenne, Porno-Kalle. Mich direkt hinter einem Blumenkübel verschanzt. Die größten Deppen trifft man, wenn man am weitesten flieht. Gut, dass ich hier morgen weg bin. Hier ist auch immer bad-hair-day – es ist zu windig – da hilft auch kein Schmand in den Haaren – der wird von der salzigen Brise zerstört…doch es geht momentan nicht um gutes Aussehen. Gucke hier auch niemanden an. Außer das Servicepersonal. Das Servicepersonal hasst die Touristen. Das ist ihr gutes Recht. Die Truppen Pensionäre ziehen von Laden zu Laden und vergleichen in Aldiletten und Netzshirts stundenlang die Preise. Billigstes Menü – größtes Menü – billigster Alkohol. Diese All-You-Can-Eat-Scheiße ist dermaßen unangenehm. Kein Wunder, dass viele der Koronararterien überhaupt keine Lust mehr haben, die Massen am Laufen zu halten. Bald werden frittierte Tintenfischringe nur noch nach Kilos abgerechnet. Dann werden der gefräßigste Rentner und Touri-Jugendliche gekürt. Die haben dann umsonst gegessen. Das einzige, was Bestand haben wird, ist die Störung des Verdauungstraktes. Gerade wurden innerhalb einer geschlagenen Stunde zwei Blumenkübel neu bepflanzt. Bei der Geschwindigkeit hätte ich alle längst rausgeschmissen. Im letzten Jahr hätte ich alle rausgeschmissen. Mich allein mindestens zwei Dutzend Male. Eine ganz charmante Eigenschaft von mir: die ungefragte Beurteilung von Allem und Jedem. Je gestresster ich bin, desto mehr achte ich auf Dinge, die mich nichts angehen. Manische Kompensationsbeobachtung? Scheiß egal. Eigentlich müsste man da doch sagen: Halt doch mal deine Schnauze! Das geht dich doch gar nichts an! Und spar dir deinen erzieherischen Klang in der Stimme und das altkluge Gestikulieren – von deiner arroganten Mimik ganz zu schweigen! Andererseits: so charmant fände ich das auch nicht, wenn mir das jemand sagen würde. Auch ich habe Gefühle und bin sensibel. Schließlich bin ich meistens kein Täter, sondern eher Opfer. Demnächst bitte gerne anbrüllen und zurechtweisen. Dann aber mit eigenen Worten. Am liebsten etwas witzig. Man lacht ja auch gerne mal über sich. Manchmal. Eben noch gelacht, als ich heute Morgen Shampoo in die Augen bekommen habe, weil ich irgendwas gesungen und dabei die Geschwindigkeit des Schaumes unterschätzt hatte, hektisch das Wasser aufgedreht, das kochendheiß aus der Dusche kam. Dann meine Ömme an die Duschwand gepogt und mir beim Zurücktaumeln den rechten dicken Zeh knacksend an den Unterfuß gebogen, als dieser sich im Abfluss verhakt hat. Also zuerst natürlich geflucht. Erst etwas Erheiterung als ich den beschlagenen Spiegel aufgeklart hatte und in ein empörtes Gesicht schaute. Uuihh – ich hätte auch gerne einen harpunierten Hai auf meinen linken Unterarm tätowiert – Stylingimpressionen am Strand. Das sieht sehr männlich aus – Asi-Ahab. Vielleicht lasse ich mir über den ganzen Rücken so ein Trible oder wie das heißt stechen – die sind ja eher neutral…dann aber mehrfarbig, damit ich im Spassbad in Chorweiler nicht mehr gegen die Einheimischen optisch abstinke… Is doch eh alles Grütze.
Mittwoch, 19.05.2010
Das erste gut gelaunte Lebewesen, das ich heute erblickt habe, war ein Chow-Chow, der sich durch ein freundliches Hecheln nach meinem Wohlergehen erkundigt hat. Ansonsten bestechen die Touristen hier durch missmutiges Herumliegen und –saufen. Wie immer schön rosarot, ärmellos und mit neonfarbenen Shorts. Im Cafe – und zwar dem, das ich als das beste auserkoren habe, weil hier nicht überall Plakate mit „2 Liter Bier 2,50 Euro“ und „Kaffee mit Brandy 2,80 Euro“ herumstehen, packt am Nebentisch ein wohlgenährtes deutsches Rentnerpärchen ganz selbstverständlich seine Kekse aus dem Supermarkt zu ihrer Tasse Kaffe („ist das auch Bohnenkaffee?“) aus. Am Strand wanken beachtliche deutsche und englische Kolosse unrhythmisch zum Wellengang und lassen sich die Laune durch die Verbrennungen dritten Grades nicht noch weiter vermiesen. Dazu reichen ihnen ein Sixpack einheimisches Bier und die Bild (o. Sun). Gequält mit trübem Blick lassen sie zwischendurch ihre Blicke über das Meer gleiten, während sie auf den Bäuchen liegen. Allerdings ist das nur ein kurzes Aufbäumen, das schnell wieder eingestellt wird, weil es schließlich darum geht, die Restenergie aufzusparen, um sich bis zur Kühltasche zu rollen. Ist eh nicht so schlimm, weil ich nicht mit fremden Menschen rede. Das führt ja zu nix. Noch nicht mal bei Menschen, die man kennt, führt es zu etwas. Was wiederum natürlich nur an mir liegt. Gerade habe ich fast nix zu sagen, deshalb erzähle ich immer das Gleiche. Etwas anderes erzähle ich erst wieder, wenn ich weiß, wo mein Kopf angewachsen ist. Denn er ist nicht ortbar. Hat sich verdrückt und für den Rummelplatz Raum gemacht, der seit einem halben Jahr an seinem früheren Aufenthaltsort ständig Zusatzrunden spendiert. Daher wohl auch der hohle Blick. Suchend nach einem Angriffspunkt. Dabei ist der Ansatz immer da zu suchen, wo man selbst anfängt. Wenn man aber nun mal nicht ganz zurechnungsfähig ist, sollte man sich selbst ignorieren. Man kann sich nicht auf jemanden verlassen, der nie ganz bei sich ist. So wie bei einem Psychotiker, der in mehreren Ralitäten lebt, weil er seine eigene nicht mehr erträgt. Die allerdings noch da ist, in der man funktionieren muss, in der abgearbeitet werden muss. Die man nur noch erträgt durch bloße Erfüllung des Nötigsten. Also: Da Sein. Als Resterscheinung. Dabei bloß nicht die Versehrtheiten allzu ernst nehmen, sondern sie verdrießlich lächelnd erwähnen. Aufrecht gehen, obwohl man eigentlich gefühlt 24 Stunden täglich in Embryonalstellung verbringen möchte. So circa ein Jahr schlafen will. Dann aufwachen und die letzten zwei Jahre sind nicht passiert. Das wärs doch! Stattdessen kann man mit Glück mal acht Stunden schlafen und fühlt sich nicht nach drei Stunden bei Bewusstsein wieder so, als müsste man in Kur. Bei zu viel Zeit, weil vorher zu wenig da war, wie gerade in den letzten zwei Tagen, kommt es auch vor, dass man mit sich selbst gar nicht mehr anzufangen weiß. Kriegt auch eine wage Ahnung davon, wie es für andere sein muss, mich zu ertragen. Also: sprunghaft aggressiv, Forderungen blökend, die kühl-zynisch erscheinen, aber durchaus ernst gemeint sind. (oh – gerade geht ein Mann vorbei – Typ Danny DeVito mit bauchfreiem orangefarbenem Oberteil, auf dem ein wunderschönes Pony abgebildet ist – Zeit für schöne Momente muss sein…). Ansonsten macht man den ganzen Tag Stuss, bis man ins Bett fällt. Auch eine Art, nichts mit zu bekommen. Bekommen zu wollen. Freiwillig sind die Tätigkeiten allerdings auch nicht. Oder? Auf der einen Seite, das immerwährende Bedürfnis, alles in Blöcke zu pressen, die zeitlich nicht funktionieren können. Ständig bemüht, niemals erfolgreich, könnte man auch sagen. Bemühen ist eh das Letzte. Wäre schöner, mal etwas aus einem gewollten Antrieb heraus zu tun. Doch hierfür bleibt keine Zeit, weil das Bemühen immer so lange dauert. Eigentlich will man es nicht, macht es aber, braucht demnach ne Menge Zeit, weil man sich währenddessen blockiert und zeitlich komplett uneffizient handelt. So schlendert man durch Bahnhofsbuchhandlungen, kann sich schwer für die richtigen Grabblumen entscheiden und nimmt es hin, dass man sich nicht über die Fahrpläne der Straßenbahn informiert, weil man sich nicht gängeln lassen will und stattdessen einen längeren Spaziergang machen muss. Im Endeffekt führt das zum häufigen Benutzen von einem Taxi, weil irgendwann gar nicht mehr geht. Weil ein Tag nun mal so lange ist, wie er ist, selbst wenn sich der Tagesteilnehmer immer wieder ausmalt: heute ist frei, da habe ich Zeit für xyz. Zeit gibt es nie. Sie wird außerdem auch noch immer knapper. Jede Sekunde. Huch – auch jetzt. (gerade ist eine kleine rote Spinne in meine Tastatur geklettert und unten wieder heraus gelaufen. Ob sie ihre Kinder hinterlassen hat? – Zeit für Natur muss sein….). Übrigens fühlt man die Versehrtheiten mehr, wenn man gezwungen ist, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Am zweiten Tag der Entspannungskopfschmerz und dann der Rest. Gerade nicht wichtig… Immerhin: Strand, Bücher, Essen und viel Sonne. Gar nicht sooo schlecht für nen Spack…
Sonntag, 02.05.2010
immer wenn man sich für total nutzlos hält, ist man dann doch wieder mal zu etwas brauchbar. ich werde ungern angegriffen - so oder so - da bin ich wählerisch und ja auch eher distaniziert. lohnt sich auch meistens ehrlich nicht. aber nun das: da greift ein kleiner mensch das erste mal zu - steuert die kleine hand mit ihren kleinen fingern in richtung eines dings, das sie wohl fasziniert. obwohl überall ja lockende objekte rumhängen: plüschblümchen mit eingebauten glöckchen, plüschschmetterlinge mit kleinen glöckchen usw - doch ida marie weiß es besser. die lässt sich nicht von so schnödem tant beeindrucken, da muss was handfestes her, etwas bleibendes - so mit eigenem charakter - von natur, schlechten lebensumständen und zynischen phänoformern ersonnen: meine nase. die peilt sie an, greift zu und scheint zufrieden. ich war mit ihr lange nicht zufrieden, doch jetzt ist klar: meine nase ist mehr als okay.
Samstag, 27.03.2010


... ist Wahlkampfzeit: diesmal wird am 9.Mai 2010 gewählt. Bisher erfolgreich verdrängt wurde mir heute morgen nach dem Verlassen meiner Wohnhöhle dieses Ereignis durch in der Nacht zuvor angebrachte Wahlplakate wieder ins Bewußtsein gebracht.

Mit freudigem Erstaunen eines Jungwählers - der ich bedauerlicher Weise nicht mehr bin - betrachtete ich diese von sicherlich gut bezahlten Werbeprofis (Grafikgöttern und eloquenten Textedichtern) erstellten und treuen lokalen Parteimitgliedern aufgebarten Reklametafeln und war wieder einmal über deren Aussagekraft entzückt.

Hier ein kleine (grafische) Auflistung meiner Erinnerungen an die Wahlaussagen derselben ...








Donnerstag, 25.03.2010
jeden morgen muss ich mich erst einmal einrasten. tagsüber bemühen nicht das gegenteil zu tun. schaffe ich meistens. dann in der nacht: komplettes ausrasten. embryonal schlummernd. hin und her wälzend. in besonders ausgerasteten zeiten wird auch mal schlafend erzählt. nach dem aufwachen mehrere strecker. zuerst die beine wieder begradigen. die waren ja in der unsichtbaren fruchtblase des plümmos komplett angezogen. die machen das automatisch, wenn ich liege. obwohl sie wissen, dass ihre kniee das nicht mitmachen. das linke bein wird zunächst ganz an die brust gezogen. um sich dann mit einem knirschenden knie-knorpelabroller wieder in der lage zu befinden, den aufrechten gang zu ermöglichen. das rechte folgt als zweites, da es weniger zickig ist und mit einem müden knickknackknack einfach nachzieht. dann müssen die arme bis an die hintere wand gezogen werden. da meldet sich immer nur die rechte schulter und sagt knarrend guten morgen. sind jetzt beine und arme komplett ausgefahren, wird der kopf so weit in die waagerechte gebracht, bis der hals sich nach der hoffentlich erfolgten rem-phase wieder entfaltet hat. oft muss mit einer leichten links-rechts-drehung des kopfes, der hals in drei schritten aus der nächtens gebeugten nickhaltung gelöst werden. da das kinn an der brust kuschelte, um einen halt zu haben. das leicht murmelig-knarzige entfalten muss man in den ohren fühlen. sonst gibt es den ganzen tag leichten druckkopfschmerz. und wenn alles so total gestreckt ist wird die haltung kurz gehalten. wie kurz vor dem sprung von dem 10-meter-turm. dann springe ich mit einem flic-flac aus dem bett. direkt unter die dusche. denn hier muss warmes wasser die haltung konservieren, bis mittags genug köperspannung entstanden ist. ansonsten rolle ich mch ohne ankündigung und grund wieder zusammen. wie eine nacktschnecke, die unter einem kilo salz begraben wird. nur, dass ich sehr häufig angemessen bekleidet bin.
und MIT DIESEM ZÄRTLICHEN STÜCK MUSIK LÄSST SICH DIE REALITÄT BESSER ERTRAGEN
ich mag schöne sätze. hier stehen ja in letzter zeit so wenige. deshalb leihe ich mir einen. von herrn glattauer. dem daniel. da kommt er schon: ICH FINDE, DIE LEUTE, DIE ALLEIN SIND UND ZU ZWEIT SEIN WOLLEN, MÜSSEN EINANDER MEHR SUCHEN, UM EINANDER ZU FINDEN - UND SIE SOLLTEN SICH EINANDER WENIGER TREFFEN, UM EINANDER ZU ERSCHRECKEN.
zu finden in seiner kolumnensammlung DIE AMEISENZÄHLUNG.
unbedingt lesenswert.
Mittwoch, 24.03.2010
schwuler fossball? gibt es den? und den dazugehörigen mann? den schwulen? darf der das? das will frank plasberg, der cholerische moderationsmotor der ard ergründen. u.a. mit claude oliver rudolph. der weiß bescheid. da er auf einem elitegymnasium war und der letzte macho ist, seit dem brando allem irdischen entsagt hat ist und belmondo durch einen schlaganfall kein testosteron mehr besitzt. wäre ich jung und sportlich, würde ich gerne profifußballer sein. dann würde ich behaupten, dass der claude mir immer heulend in die dusche nachgerannt ist. flehend um etwas zärtlichkeit. verständnis und männliche leidenschaft. exklusiv an die bild. dann gehe ich zu kerner, allein um zu gucken wie er versucht, seriös zu gucken. talkshows sind unerträglich. ich will den doofen nicht mehr zuhören. macht man doch eh den ganzen tag.